Coronavirus: Können Teenie-Zückerchen wirklich helfen?
Die psychische Belastung durch das Coronavirus ist für Jugendliche hoch. Nun will der Bundesrat mit Zückerchen helfen. Doch reicht das?

Das Wichtigste in Kürze
- Jeder dritte 14- bis 24-Jährige leidet unter schweren depressiven Symptomen.
- Der Bundesrat will mit Lockerungen die Situation für die Jungen entschärfen.
Das Coronavirus ist nicht nur eine Belastung für die physische Gesundheit, sondern auch für die psychische. Besonders Kinder und Jugendliche leiden stark unter der Pandemie, wie eine Studie im November zeigte. So berichtete beinahe jeder Dritte der 14- bis 24-Jährigen von schweren depressiven Symptomen.
Auch Pro Juventute ist alarmiert. Von Oktober bis Dezember 2020 hätten sich 40 Prozent mehr Jugendliche mit Fragen zur psychischen Gesundheit ans Beratungsteam gewandt. Zeitgleich melden Kinder- und Jugendpsychiatrien eine starke Auslastung und eine verstärkte Suizidalität, wie es weiter hiess.

Auch die fehlenden Kontakte in Zeiten des Coronavirus sind für diese Altersgruppe besonders schlimm. «Während der Kindheit und der Jugend ist es besonders wichtig, sich mit Gleichaltrigen zu treffen und soziale Kontakte zu haben.» Das erklärt Lauriane Laville, Geschäftsleitungsmitglied der SAJV, der Dachorganisation der Jugendverbände. Zusammen mit der DOJ hat die Organisation sich in mehreren Briefen an den Bundesrat gewandt.
Coronavirus: Frust bei den Jungen
Der Frust der Jungen hat sich in den letzten Wochen teilweise auch in kleineren Krawallen entladen. «Die Jugendlichen leidet unter den Massnahmen, welche vor allem die älteren Generationen schützen», erklärte Jugendpsychologe Allan Guggenbühl gegenüber Nau.ch. Den Jugendlichen fehlen die Rückzugsräume.
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Das hat offenbar auch der Bundesrat anerkannt. Bundespräsident Parmelin dankte kürzlich den Jugendlichen für die Solidarität. Und will die Moral mit ein paar Zückerchen heben.
So sind ab dem 1. März sportliche und kulturelle Aktivitäten für unter 20-Jährige wieder erlaubt.
Junge Erwachsene bleiben ausgeschlossen
Doch reicht das? «Die gestern kommunizierten Massnahmen sind sicher ein Schritt in die richtige Richtung», kommentiert Lauriane Laville vom Jugenddachverband SAJV. Die Situation bleibe aber schwierig.

Der Verband wollte die Altersobergrenze bei 25 Jahren festlegen. «Ein Teil der jungen Erwachsenen kommt also weiterhin nicht in Genuss der beschlossenen Lockerungen», so Laville.
Auch die Schwierigkeiten bei der Berufswahl, in der Schule oder im Beruf blieben bestehen. Das schlage weiterhin auf die Psyche, so Lauriane Laville. «Daher bleibt der Handlungsdruck gross.»