DPD holt Pakete bald schon zu Hause ab
Der Paketdienst DPD will im Vergleich zur Konkurrenz attraktiver für Private und kleine Firmen werden. Deshalb bietet man künftig an, Pakete zu Hause abzuholen.

Das Wichtigste in Kürze
- Immer mehr Pakete werden von DPD ausgeliefert, die Post verzeichnet einen Rückgang.
- Der Paketdienst hat auch schon Ideen, wie man weiter wachsen könnte.
- Dabei zentral: «Pick-Up-Points», Schliessfächer – und die Abholung von Sendungen zu Hause.
Die Post hat im Jahr 2024 180 Millionen Päckli zugestellt – das entspricht einem Rückgang von rund drei Prozent.
Währenddessen knackte Konkurrent DPD im vergangenen Jahr mit 24,8 Millionen ausgelieferten Paketen einen Rekord. Und der Paketdienst schmiedet bereits Pläne, wie man weiter wachsen könnte, wie «CH Media» berichtet.
So will DPD eine an Einzelpersonen und kleine Firmen gerichtete Onlineplattform lancieren. Diese Zielgruppe verschickt bisher nur wenige Pakete – und DPD sieht dort Potenzial.
Unter anderem will der Lieferdienst dadurch attraktiver werden, dass Sendungen direkt bei der Kundschaft zu Hause abgeholt werden. Dafür wird jedoch eine Gebühr erhoben. Mit dieser Dienstleistung will man sich von anderen Konkurrenten abheben.
Generell können über die neue Plattform Pakete angemeldet und Versandetikette gedruckt werden. Anschliessend können die Absender ihr Päckli einfach zu einem sogenannten «Pick-Up-Point» bringen. Auch der Empfänger kann auswählen, von welcher Station er das Paket abholen will.
Der von DPD angepriesene Vorteil: Die Paket-Stationen in Kiosken und Co. sind bis spät am Abend und sogar sonntags offen.
Mehr als 1000 «Pick-Up-Points» in der Schweiz
Ausserdem habe der letzte E-Shopping-Barometer gezeigt, dass immer mehr Menschen sich Lieferungen an «Out-of-home-Standorte» wünschen.
Tilmann Schultze, CEO von DPD Schweiz, führt das unter anderem auf die Angst vor Diebstählen zurück. In Filialen sind die Sendungen besser geschützt, als wenn sie einfach in den Hauseingang gelegt werden.
Dank der Zusammenarbeit mit dem Detailhändler Valora gibt es über 1000 solcher von DPD betriebenen «Pick-Up-Points» in der Schweiz. 85 Prozent der Schweizer Bevölkerung brauche maximal 10 Minuten, um zu einer Station zu gelangen.
Zudem will DPD vermehrt auf das Geschäft mit Schliessfächern setzen. So sollen an zentralen Orten Pakete abgeholt und verschickt werden können. Wegen des Milchkästlis im Briefkasten sei diese Möglichkeit zwar noch nicht so beliebt. Das ändere sich aber langsam, so Schultze.