Gipfel des Matterhorns schwingt ständig umher
Der Gipfel des Matterhorns erfreut viele Besucher Zermatts. Wie Forscher nun herausfanden, bewegt sich dieser ganz leicht.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Matterhorn ist einer der berühmtesten Berge der Schweiz.
- Messungen ergaben, dass sich dessen Gipfel ständig hin und her bewegt.
- Ähnliche Messungen wurden auch schon am Mythen gemacht.
Angeregt durch Gezeiten, Wind, natürliche Erdbeben und menschliche Aktivitäten ist der Gipfel des Matterhorns ständig in Schwingung. Im Vergleich zu Bewegungen am Fuss des Berges seien diejenigen auf dem Gipfel bis zu 14 Mal stärker; so teilte es das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) am Mittwoch mit. Dieser Unterschied lässt sich demnach dadurch erklären, dass der Gipfel frei schwingen könne. Dabei bleibt der Fuss des Berges fest verankert.
Das schwingende Matterhorn: Internationales Forschungsteam hat Resonanzschwingungen des Matterhorns gemessen und visualisiert. Mehr: https://t.co/PHBBlyy1L8
— SLF Davos @slfdavos.bsky.social (@SLFDavos) December 22, 2021
Studie u.a. von @Rock_n_Ice, @UtahGeohaz , @jan_beutel, D. Fäh (@seismoCH_D), @HauslerMauro & @paul_geimer pic.twitter.com/tjep7Arote
Die Verstärkung der seismischen Energie an steilen Bergen spielt eine wichtige Rolle. Vor dem Hintergrund dieser Informationen kann die Fels- und Hanginstabilitäten bei einem Erdbeben beurteilt werden.
Messungen an Matterhorn und Mythen ergaben erstaunliches
Die Wissenschaftler um Samuel Weber, der für das SLF forscht, installierten rund um das Matterhorn Seismometer. Diese fühlten den Puls des freistehenden Berges in den Walliser Alpen. Sie platzierten Messstationen unmittelbar am Gipfel, entlang des Grats sowie am Fuss des Berges. Demnach bewegt sich der 4470 Meter hohe Gipfel in gut zwei Sekunden um wenige Nano- bis Mikrometer hin und her.
Seismologen des Schweizerischen Erdbebendienstes führten ähnliche Messungen am Grossen Mythen durch. Demnach zeigten sich an diesem «Miniatur-Matterhorn» ähnliche Schwingungsmuster. Allerdings war die Frequenz bei diesem 1898 Meter hohen Berg rund vier Mal höher als bei seinem grossen Walliser Bruder.
