ÖV-Kontrolleur: «Würde ich zurückschlagen, wäre ich im falschen Job»
Billett-Kontrolleure werden im Berufsalltag regelmässig von Passanten attackiert. Wer für die VBZ arbeiten will, muss deshalb gewisse Kriterien erfüllen.
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Das Wichtigste in Kürze
- Ein VBZ-Kontrolleur sitzt seit einer Auseinandersetzung mit einem Passagier in U-Haft.
- Die Billett-Kontrolleure geraten regelmässig in brenzlige Situationen.
- Wer für die VBZ arbeiten will, muss deshalb bestimmte Kriterien erfüllen.
Gewalt und Pöbeleien gehören zum Berufsalltag jedes VBZ-Kontrolleurs dazu. Nach eine Billettkontrolle in Zürich Ende April eskalierte, erhielt das Thema wieder Brisanz. Ein Kontrolleur sitzt seither in U-Haft.
«Jedes Mal, wenn sich die Bustüre öffnet, kann etwas passieren», sagt Mitarbeiter Alberto de Stefani in der «SRF»-Sendung «Schweiz Aktuell». Ihm sei auch schon ein Fahrgast mit den Füssen voran entgegen gesprungen und abgehauen.
«Situationen, in denen wir an unsere Grenzen kommen»
«Es gibt Situationen, in denen wir an unsere Grenzen kommen», sagt auch Alberto de Stefani, der für die Postauto AG die Winterthurer Busse kontrolliert. Doch dann greife ein Kollege ein und versuche zu deeskalieren. Selbst gewalttätig werden bei einer Kontrolle, das könne ihm nicht passieren. «Sonst wäre ich im falschen Job.»
Bei der VBZ würden nur Leute eingestellt, welche stressresistent, teamfähig und sozialkompetent seien, sagt Hans Martin Rudolph, Schulungsleiter der VBZ-Kontrolleure, gegenüber dem «SRF». Die Mitarbeiter würden im Vorfeld geschult. Besonders wichtig sei das Auftreten: «Fester Stand, Hände vor den Körper, Blickkontakt, gesunder Abstand.»
Häufig seien Alkohol oder Drogen im Spiel, wenn die Kontrolleure angegriffen würden, sagt Rudolph. Dann sei «Ausweichen und Hilfe holen» die Devise.