Uhrenverbandspräsident: US-Zoll-Massnahme ist ungerechtfertigt
Der Schweizerische Uhrenverband hat sich enttäuscht über die angekündigten US-Zölle gezeigt: «Die Massnahme ist ungerechtfertigt.»

Der Schweizerische Uhrenverband hat sich enttäuscht über die angekündigte Zollkeule durch US-Präsident Donald Trump gezeigt. «Die Massnahme ist ungerechtfertigt, weil im Gegenzug auf keine amerikanische Uhr, die in die Schweiz importiert wird, Zölle erhoben werden», sagte Yves Bugmann, Präsident des Schweizerischen Uhrenverbands (FH), am Donnerstag am Rande der «Watches and Wonders»-Messe zur Nachrichtenagentur AWP.
Für das Argument der sogenannten reziproken – also wechselseitigen – Einfuhrzölle gebe es daher keine Rechtfertigung. Die Handelsbilanz zwischen den USA und der Schweiz sei – Dienstleistungen mit einbezogen – ausgeglichen. Auch sei die Schweiz eine der grössten Investorinnen in den USA, insbesondere in der Forschung und Entwicklung.
«Es ist jetzt wichtig, dass das Thema auf höchster politischer Ebene diskutiert wird, und die Schweiz ihren Standpunkt darlegen kann», forderte Bugmann. Die Schweiz habe gute Argumente. Er gehe davon aus, dass Verhandlungen auch das Ziel der US-Regierung sind.
Reaktionen der Schweizer Uhrenkonzerne
Bugmann sei zwar enttäuscht, aber nicht schockiert. Die Schweizer Uhrenindustrie sei es als sehr exportorientierte Branche gewohnt, auf den verschiedenen Märkten immer wieder «solchen Schwierigkeiten» ausgesetzt zu sein. Der amerikanische Konsument sei preissensitiv und könne deshalb die Uhren auch im Ausland kaufen.
Der Bieler Uhrenkonzern Swatch wollte derweil die Ereignisse auf Anfrage von AWP am Donnerstag nicht kommentieren. Der Genfer Luxusgüterkonzern Richemont war nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Die Aktien der beiden Konzerne gaben am Donnerstag an der Börse um mehr als 6 Prozent nach.
Die USA belegen Einfuhren aus allen Ländern ab Samstag pauschal mit Zöllen von 10 Prozent. Zudem kündigte die Regierung einen komplexen Mechanismus an, der für viele Länder höhere Zölle vorsieht, der ab 9. April gelten soll. Güter und Waren aus der Schweiz sollen mit Importzöllen in der Höhe von 31 Prozent belegt werden, aus der EU mit 20 Prozent.
Länder, mit denen du USA ein besonders grosses Handelsdefizit haben, bezeichnete Trump als «schlimmste Übeltäter».