Maurice Lacroix

Maurice Lacroix-Chef: «Zölle sind nicht das Ende des US-Geschäfts»

Keystone-SDA
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Genève,

Krisen und Kriege sowie Inflation und Rezessionssorgen haben auch das Geschäft des Uhrenherstellers Maurice Lacroix aus dem jurassischen Saignelégier gebremst.

Maurice Lacroix
Maurice Lacroix ist nach Erreichen des Turnarounds 2019 Jahr für Jahr gewachsen. (Archivbild) - Maurice Lacroix

Die von der Trump-Regierung geplante Einführung von Importzöllen sei für die Uhrenbranche zwar schlecht, aber nicht das Ende des US-Geschäfts, sagte Maurice Lacroix-Chef Stéphane Waser im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP am Rande der Genfer Uhrenmesse «Watches and Wonders».

Da alle Schweizer Produkte gleichermassen betroffen wären, würde ein solcher Schritt Maurice Lacroix nicht stärker benachteiligen als andere Schweizer Hersteller, so Waser weiter. «Allerdings würden US-Zölle unsere Arbeit aber auch nicht erleichtern.»

Mit den am Vorabend von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zöllen auf Schweizer Waren und Güter von 31 Prozent wären auch die Uhrenhersteller gezwungen, die Preise ihrer Produkte in den USA zu erhöhen. Experten gehen in Erstschätzungen von Preissteigerungen in Höhe von 10 Prozent und mehr aus.

Allgemein kennen US-Konsumentinnen und Konsumenten etwa im Vergleich mit Europa aber seit längerem höhere Preise unter anderem für Konsumgüter, wie Waser weiter ausführte. Zudem bewege sich der Verdienst vieler Amerikaner auf höheren Niveaus als in europäischen Ländern.

«Das führt dazu, dass eine Uhr zum Preis von 2000 Euro für europäische Verhältnisse teuer ist, in den USA ein Preis von 2000 Dollar für eine Luxusuhr dagegen als weniger hoch angesehen wird», sagte Waser. In den USA gebe es Spielraum für höhere Preise.

Geschäft rund um den Globus breit abgestützt

Weltweit ist für Uhrenhersteller das Verkaufen von Zeitmessern bereits seit Herbst 2023 schwieriger geworden, wie der Maurice-Lacroix-Chef weiter ausführte. Drückten zunächst die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine in Europa auf die Konsumlaune, habe sie sich zuletzt auch in den USA eingetrübt. Politische Unsicherheit und die Verunsicherung an der Börse seien Gründe dafür.

«Im vergangenen Jahr sind unsere Umsätze leicht zurückgegangen, wobei wir aber im Vergleich zum Gesamtmarkt besser abgeschnitten haben», blickt Waser auf 2024 zurück, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Davor sei Maurice Lacroix nach Erreichen des Turnarounds 2019 Jahr für Jahr gewachsen.

Das Geschäft der Marke sei mittlerweile rund um den Globus breit abgestützt: «Wir erzielen 30 bis 40 Prozent unseres Umsatzes in Asien, 30 Prozent in Europa und den Rest teilen sich Nordamerika und der Nahe Osten auf», so Waser. «In China sind wir weniger stark und primär im Onlineverkauf vertreten.»

Zulegen kann Maurice Lacroix in der Türkei oder im Nahen Osten. «Das hat auch damit zu tun, dass sich unser früher grosses russisches Geschäft in diese Regionen verlagert hat.» Dank der Beziehung zum Besitzer, dem Handelskonzern DKSH, wachse man auch in südostasiatischen Ländern wie Thailand oder in Japan gut. Gutes Wachstum sei zudem in Mexiko oder Indien zu sehen.

Im laufenden Jahr hofft Waser auf eine Rückkehr auf die Wachstumsspur. «Wir sind mit einer neuen Führungsstruktur und zahlreichen Neuheiten gut aufgestellt.» Da Konsumenten insbesondere in Europa mit Blick auf die Konjunktursorgen preissensitiver geworden sind, will Waser mit Automatikuhren zu tieferen Einstiegspreisen ab 1200 Franken Marktanteile gewinnen.

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