Wer in der Berufsschule Olten die Aufgaben vergisst, zahlt 20 Stutz!

Juli Rutsch
Juli Rutsch

Olten,

Vergessene Hausaufgaben oder Zuspätkommen werden an der Berufsfachschule Olten mit 20 Franken geahndet. Schüler und Experten kritisieren die Massnahme scharf.

berufsschule olten
Wer an der Berufsschule Olten seine Aufgabe vergisst, muss 20 Stutz zahlen. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Berufsbildungszentrum Olten (BBZ) gibt es ungewöhnliche Geldstrafen.
  • Wer etwa seine Hausaufgaben nicht erledigt oder zu spät kommt, muss 20 Stutz blechen.
  • Für einige könnte dies die finanzielle Situation erschweren.

Am Berufsbildungszentrum Olten (BBZ) müssen Lernende 20 Franken zahlen, wenn sie etwa zu spät kommen oder Schulmaterial vergessen. Dies berichtet «20 Minuten».

«Eine ziemliche Abzocke» nennt dies ein 18-jähriger Schüler der dortigen Gewerblich Industriellen Berufsfachschule (GIBS).

Er betont, dass solche Strafen besonders für Lernende mit knappem Budget eine Belastung darstellen.

Berufsschule
An der Berufsschule in Olten sollen Schüler pünktlich kommen, sonst droht ein Bussgeld. (Symbolbild) - dpa

Für viele sei es schwierig, die ohnehin knappen Finanzen zu verwalten, wenn zusätzliche Bussen hinzukommen. Bereits beim zweiten Vergehen pro Semester muss man blechen.

Das sagt die Schule

Illegal ist diese Aktion nicht. Das Solothurner Amt für Berufsbildung bestätigt gegenüber der Zeitung, dass solche Massnahmen erlaubt seien.

Die Schule rechtfertigt die Massnahme mit dem Ziel, einen geordneten Schulbetrieb aufrechtzuerhalten. Laut BBZ-Direktor Georg Berger sollen klare Regeln ein förderliches Lernumfeld schaffen.

Bussen würden erst verhängt, wenn persönliche Gespräche keine Wirkung mehr zeigen, so Berger.

Kritik an der pädagogischen Wirksamkeit

Nicht nur Schüler, sondern auch Experten stellen den Nutzen solcher Strafen infrage. Erziehungsexpertin Maren Tromm erklärt, dass Geldbussen aus pädagogischer Sicht problematisch seien.

Sie würden vor allem bestrafen und «nicht auf Einsicht oder eine Verhaltensänderung abzielen», so Tromm zu «20 Minuten». Besonders Jugendliche mit ADHS oder anderen neurodivergenten Merkmalen hätten Schwierigkeiten, solche Anforderungen zu erfüllen.

Bist du in der Schule öfter zu spät gekommen oder hast Aufgaben vergessen?

Stattdessen schlägt sie vor, mehr auf Dialog und gemeinsame Lösungsfindung zu setzen.

Die Expertin ist nicht grundsätzlich gegen Strafen, plädiert jedoch für sinnvolle Alternativen wie etwa Nachsitzen oder Strafarbeiten.

Diese könnten Jugendlichen helfen, über ihr Verhalten nachzudenken, ohne sie finanziell zu belasten. Schulen sollten unterstützen, statt zusätzliche Hürden zu schaffen, betont Tromm.

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Kommentare

User #4784 (nicht angemeldet)

Geld, Geld, Geld...sas ist alles was zählt

User #5617 (nicht angemeldet)

Typisch Schweiz. Bussen für alles. Bussen für unerledigte Hausaufgaben. Fördert die Selbstverantwortung des Einzelnen sicher enorm.... Macht alles einfach "monetär" und mit Geld bezahlbar. Aber schiesst komplett an einer guten Ausbildung vorbei.

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