Regierung

Zürcher Regierung will vorerst keinen «Kapitän KI» auf dem See

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Die Zürcher Regierung lehnt autonome Schiffe auf dem Zürichsee ab – «Kapitän KI» sei noch nicht ausgereift und potenziell gefährlich.

zsg
Autonome Schiffe bleiben vorerst vom Zürichsee fern – die Technik ist noch nicht ausgereift. (Archiv) - keystone

Die Zürcher Regierung hat dem Einsatz von autonomen Schiffen auf dem Zürichsee eine Absage erteilt. «Kapitän KI» ist technisch noch nicht ausgereift und könnte für Passagiere und Lebewesen im Wasser gefährlich werden. Dies könnte sich in Zukunft aber ändern.

Bisher sind selbstfahrende Verkehrsschiffe in der Schweiz nicht zugelassen. In mehreren Ländern gab es aber schon Versuche mit Schiffen, die von künstlicher Intelligenz gesteuert werden. Die Ergebnisse liessen den Regierungsrat jedoch zum Schluss kommen, dass er derzeit auf den Einsatz von «Kapitän KI» verzichten will.

Für einen selbständigen oder teilweise selbständigen Schiffsverkehr gebe es noch viele ungelöste technische Probleme, hält er in einer am Donnerstag publizierten Antwort auf eine Anfrage von GLP, EVP und SP fest.

Künstliche Intelligenz kann Hindernisse nicht unterscheiden

Keine Lösung gibt es derzeit etwa für das Andocken oder das einwandfreie Navigieren bei Nebel, Dunkelheit und Wellen.

Die künstliche Intelligenz schafft es bisher auch nicht, zuverlässig Hindernisse oder Lebewesen im Wasser zu erkennen und zu unterscheiden. Die Schiffe merken also nicht, ob vor ihnen ein Mensch schwimmt oder ein Stück Holz.

Falls die Technik jedoch weiterentwickelt wird, könnte sich die Regierung dereinst vorstellen, die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) bei einem Pilotprojekt zu unterstützen. Der Regierungsrat glaubt jedoch nicht, dass die ZSG-Schiffe jemals ohne Personal unterwegs sein werden.

Autonome Fahrzeuge auf der Strasse

Im Gegensatz zum Strassenverkehr könnten die Passagiere bei einer Störung ja nicht einfach aussteigen. Ein kaputtes KI-Schiff würde zudem nicht an Ort und Stelle stehenbleiben, sondern wäre mitsamt den Passagieren Wind und Wellen ausgeliefert.

Ohne moderne Technik sind die heutigen ZSG-Schiffe aber auch nicht unterwegs. Einige verfügen bereits über digitale Assistenzsysteme wie Kurshalter, GPS-Kurslinienvorschläge und Fahrzeitberechnungen.

Für die Strasse gibt es hingegen ein erstes KI-Pilotprojekt im Kanton Zürich: Noch in diesem Jahr sollen im Furttal die ersten autonomen Autos und Rufbusse herumfahren.

Kommentare

User #4400 (nicht angemeldet)

Ein selbstfahrendes Gefährt, kann man ausbremsen, reinhalten, Vortritt verweigern, alles. Es reagiert sofort auf Gefahr, auch wenn es unnötig wäre. Oder man lässt es darauf ankommen und die Insassen fliegen durch die Kabine, wegen einer falschen Gefahrenannahme. Als Aussenstehender, kann man diese Gefahrensituation ausnutzen und die Selbstfahrenden jederzeit in Panik versetzen und sich Vortritt erhaschen.

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