Zürichsee-Schiff muss Passagiere an Land stehen lassen
25 Grad und Sonne pur – das Sommerwetter zog die Schweiz am Wochenende ins Freie. Am Zürichsee führte das zu Frust.

Das Wichtigste in Kürze
- An Auffahrt kam es zum Ansturm auf Schifffahrten auf dem Zürichsee.
- Ein Augenzeuge berichtet, Leute seien an Land stehen gelassen worden.
- Die meisten Schiffe haben eine Maximalkapazität von 300 Personen.
«Da haben wir nochmal Glück gehabt», sagt Reto A.* (41). Der Backoffice-Mitarbeiter gönnt sich und seiner Familie am gestrigen Sonntag einen schönen Ausflug auf dem Zürichsee. Mit dem Schiff machen er, seine Frau und die zwei Kinder (4 und 5) die kleine Seerundfahrt über Erlenbach und Thalwil.
Doch als sie gegen 14.30 Uhr beim Bürkliplatz an Bord wollen, stehen da auch Hunderte andere Passagiere.
«Der Ansturm war enorm», sagt Reto zu Nau.ch. «Das überraschte uns natürlich nicht. Aber andere, wohl viele Touristen, offenbar schon.»
Denn: Reto und seine Familie schaffen es an Bord. «Es mussten aber bestimmt 20 Leute an Land bleiben, weil das Schiff voll war», erzählt er. «Die taten mir leid.» An Bord heisst es dann auch: Ausverkauft!
ZSG «kann sich nicht erinnern»
Sonja Randjelovic, Kommunikationsleiterin der Zürichsee-Schifffahrt, erklärt auf Anfrage: «Die meisten Schiffe auf der kleinen Seerundfahrt haben eine Maximalkapazität von 300 Personen.» Auch die Sicherheitsmittel wie Schwimmwesten seien auf diese Kapazität ausgelegt.
Das bedeutet: «Wenn bei schönem Wetter mehr als 300 Personen auf dieselbe Rundfahrt wollen, können leider nicht alle mit der ersten Fahrt mitgenommen werden.» An den konkreten Fall am Sonntagnachmittag könne man sich bei der ZSG allerdings nicht erinnern.
Die kleine Seerundfahrt verkehrt alle 30 Minuten, erklärt sie. Passagiere müssen entsprechend eine halbe Stunde auf das nächste Schiff warten, wenn eines voll ist.
Der Ansturm vom Wochenende sei nicht überraschend gewesen. Randjelovic hält fest: «Dies kommt bei schönem Wetter regelmässig vor.»
* Name geändert.