Heckler & Koch setzt sich mit höheren Zahlen durch
Der Waffenhersteller Heckler & Koch schreibt im letzten Jahr deutlich höhere Zahlen. Auch wegen dem Ukraine-Krieg besteht eine grosse Nachfrage.
Das Wichtigste in Kürze
- Heckler & Koch hat letztes Jahr 61 Prozent mehr Gewinn geschrieben als 2020.
- 2017 und 2018 hatte die Firma noch dicke Verluste gemacht.
- Seither geht es mit dem Waffenhersteller wieder bergauf.
2021 war für den Waffenhersteller Heckler & Koch ein gutes Jahr, denn das Unternehmen hat seinen Gewinn deutlich gesteigert. Es verbuchte im vergangenen Jahr ein Nachsteuerergebnis von 21,8 Millionen Euro. Damit schrieb die Firma also 61 Prozent mehr als 2020 (13,5 Millionen Euro). Dies teilte Heckler & Koch am Freitag in Oberndorf im Schwarzwald mit.
2017 und 2018 hatte die Firma noch dicke Verluste gemacht, danach ging es bergauf. Der Umsatz erhöhte sich 2021 im Vorjahresvergleich um 5,5 Prozent auf 290,2 Millionen Euro. Das Unternehmen wirtschaftete also deutlich profitabler als zuvor. «Die Neuaufstellung und die Modernisierung der Firma in den vergangenen Jahren zahlen sich aus», sagt Firmenchef Jens Bodo Koch.
H&K stellt Sturmgewehre, Maschinengewehre, Granatwerfer und Pistolen her. Mit seinen 1050 Beschäftigten ist das Unternehmen der grösste Handfeuerwaffen-Fabrikant in Deutschland. Zu den Wettbewerbern gehören Haenel aus Thüringen, Sig Sauer aus den USA und FN Herstal aus Belgien. Sowie auch Beretta aus Italien und CZG aus Tschechien sind dabei.
Ukraine-Krieg kurbelt Nachfrage bei Heckler & Koch an
Der Krieg in der Ukraine und dessen Folgen kurbeln die Nachfrage nach Rüstungsgütern derzeit an. H&K-Chef Koch sieht diese Entwicklung als wirtschaftlichen Sondereffekt, dessen Umfang noch nicht abzuschätzen sei.
«Die Nachfrage dürfte in den kommenden Jahren stärker steigen als bisher von uns prognostiziert», sagt der Manager. Erste zusätzliche Anfragen seien in den vergangenen Wochen bereits eingegangen.
Mehr Details hierzu nannte er nicht. Bekannt ist, dass H&K Sturmgewehre unter anderem an Norwegen, Litauen und Lettland liefert. Möglicherweise stocken solche Staaten das Volumen auf.
Eine Ausweitung der Kapazitäten durch kurzfristige Extra-Aufträge könnte Heckler & Koch nach eigener Einschätzung recht schnell meistern. «Wir haben in Simulationen ermittelt, was eine höhere Nachfrage für unsere Produktion bedeuten könnte», sagt Koch. Die Firma wisse jetzt, wo sie was investieren müsse, um den Output deutlich zu erhöhen. «Wir sind präpariert und gut aufgestellt, um den unmittelbaren Mehrbedarf zu decken.»