SMI setzt Sinkflug nach China-Zollankündigung fort

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Zürich,

Am Freitagnachmittag brach an den Finanzmärkten Panik aus – nach bereits starken Verlusten am Vortag.

smi 13'000 punkte
Der SMI fiel zeitweise um über fünf Prozent und erreichte mit 11'580 Punkten den niedrigsten Stand seit Ende 2024. (Symbolbild) - keystone

An den Finanzmärkten hat sich am Freitagnachmittag Panik ausgebreitet. Nachdem die Märkte bereits am Vortag deutlich verloren hatten, gerieten sie heute noch deutlich stärker unter Druck. Nach der Zollankündigung von Donald Trump vom Mittwochabend kommen nun die ersten Retourkutschen.

So hat China um den Mittag hiesiger Zeit Gegenzölle auf US-Importe in Höhe von 34 Prozent angekündigt, was zu einer Verkaufswelle an den internationalen Aktienmärkten im grösseren Stil bzw. wie zuletzt am Anfang der Coronapandemie sorgte.

Der SMI fiel phasenweise um über fünf Prozent und unterschritt dabei im Tiefpunkt bei knapp 11'580 Punkten sogar den Schlusskurs von Ende 2024. Seit dem Jahreshoch bei knapp 13'200 Punkten Anfang März hat der hiesige Leitindex damit über zwölf Prozent eingebüsst. Zuletzt erholten sich die Indizes allerdings wieder etwas auf dem tieferen Niveau.

Alle Branchen unter starkem Druck

Der US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag mochte die Investoren dabei wenig zu beeinflussen. Der US-Arbeitsmarkt habe sich im März, also vor den massiven Zollerhöhungen durch die amerikanische Regierung, in einem robusten Zustand gezeigt, heisst es in einem Kommentar der Commerzbank.

Der Leitindex SMI verliert gegen 15.30 Uhr 4,1 Prozent auf 11'771,42 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, fällt um 4,3 Prozent auf 1881,09 und der breite SPI um 4,2 Prozent auf 15'674,81 Zähler. Bei den 30 Blue Chips sind alle Titel ausser Givaudan (+0,9 %) im Minus.

Unter starkem Druck sind praktisch alle Branchen. Von den erwarteten Zöllen besonders getroffen werden bekanntlich vor allem die Titel des Luxusgüterkonzerns Richemont (-7,3 %). Auch die Anteile von Branchenkollege Swatch (-6,7 %) werden verkauft.

Finanzwerte setzen ihren Abwärtstrend fort

Die Finanzwerte setzen ihre Abwärtsbewegung vom Vortag ebenfalls fort. Julius Bär weiten ihre Verluste auf 7,2 Prozent aus, während auch Partners Group (-6,7 %) und die UBS (-4,3 %) im Verliererfeld zu finden sind. Die seit Einführung der Strafzölle gefallenen Zinsen sprechen etwa für geringere Erträge aus dem Zinsdifferenzgeschäft.

Aber vor allem dürften auch die sinkenden Börsen deutliche Mindereinnahmen zur Folge haben. Auch die Versicherer Swiss Re (-5,7 %), Zurich (-5,4 %) und Swiss Life (-4,5 %) büssen heute massiv ein, nachdem sie sich bisher relativ stabil gezeigt hatten.

Hier dürften einerseits Gewinnmitnahmen der Grund für die starken Abgaben sein. Andererseits werden die sinkenden Börsen auch das Finanzergebnis der Versicherer negativ beeinflussen.

Gesundheitswerte fallen stark: Mögliche Pharmazölle unter Trump

Daneben geben Gesundheitswerte auf breiter Front nach. So verlieren Alcon (-7,0 %), Sandoz (-6,3 %), Straumann (-5,8 %), Roche (-4,8 %), Lonza (-4,5 %), Novartis (-4,0 %) und Sonova (-3,7 %). Hier verweisen Händler auf Berichte, wonach Trump nun doch über Zölle auf Pharmazeutika nachdenkt.

Schliesslich setzen mit Adecco (-7,1 %) und Kühne+Nagel (-3,2 %) auch Werte ihre Abwärtsbewegung fort, die generell als Indikatoren für die Gesundheit der Wirtschaft gelten. Leicht im Plus notieren einzig noch die Aktien von Givaudan (+0,9 %).

Kommentare

User #3248 (nicht angemeldet)

:) also ich finds lustig :).. ich habe das drehbuch bisschen umgeschrieben.

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