Neubau Kindergarten und neuer Schulraum sind in Stettlen vorgesehen
An der Gemeindeversammlung vom 31. Mai 2022 wird ein Investitionskredit von 5,463 Millionen Franken zur Schaffung des nötigen Raums für die Schulen beantragt.

Das Phänomen wird in vielen Agglomerationsgemeinden verzeichnet: Die Kinderzahlen nehmen überraschend schnell und stark zu. In Stettlen ist dies Tatsache auch ohne den Zuwachs aus dem Bernapark, der in der ersten Etappe nicht wesentlich war. Für die Eröffnung einer vierten 1./2. Klasse wird ab nächstem Schuljahr vorübergehend Raum in bestehenden Gebäuden geschaffen. Aber auch die Tagesschule muss dringend bessere Räume erhalten; sie platzt aus allen Nähten.
Die Wiederinbetriebnahme des alten Kindergartens Bleiche war ohnehin nur als Übergangslösung gedacht. Mit einem Ersatz-Neubau, ergänzt durch Erweiterungs- und Aufstockungsmöglichkeit, wurde nun eine nachhaltige Lösung gefunden, die für die Zukunft trotzdem nichts verbaut.
Stettlen wird wachsen. Deshalb wählte der Gemeinderat eine flexible, erweiterbare Variante am bestgeeigneten Standort.
Das Projekt sieht einen L-förmigen Neubau
Das Projekt der Firma Beer Holzbau AG, Ostermundigen, das im Rahmen einer offenen Ausschreibung ausgewählt wurde, sieht anstelle des alten Kindergartens Bleiche einen L-förmigen Neubau.
Im Erdgeschoss sind Kindergarten und Tagesschule und im Obergeschoss zwei Klassenzimmer mit Gruppenräumen vorgesehen. Den Bedürfnissen der drei verschiedenen Nutzungsgruppen, insbesondere auch in Bezug auf die Umgebung, wurde Rechnung getragen.
Die Holzbaumodule ermöglichen eine flexible Nutzung und eine spätere Erweiterung ist ebenfalls möglich. Während der Bauzeit wird ein Provisorium nötig. Mit dem Bezug des Neubaus wird im Winter 2023/2024 gerechnet.
Die Schulraumplanung
Zukunftsszenarien im Schulbereich unterliegen vielen Unsicherheiten: Geburtenzahlen sind ein Aspekt, Zu- und Wegzüge sowie auswärtiger Schulbesuch sind weitere. Stettlen wächst stetig; aber gilt dies auch für Familienwohnraum? Zurzeit ist der Zuzug aus dem ganzen Gemeindegebiet feststellbar.
In Zukunft wird das Augenmerk der Entwicklung im Bernapark gelten. Auch hier gibt es Szenarien mit verschieden starkem Familienzuzug. Dank der geplanten Etappierung kann die Gemeinde reagieren und auf allfälligen Infrastrukturbedarf und dessen Finanzierung rechtzeitig reagieren.
Die derzeit laufende Ortsplanungsrevision wird weitere Bauetappen frühestens ab 2024 ermöglichen. Ob und in welcher Etappe Bernapark selber für Schulraum zu sorgen haben wird, ist heute noch völlig offen.
Dies muss im Gesamtkontext eines effizienten und qualitätsvollen Bildungsangebots geprüft werden. Die Schulraumplanung muss entsprechend laufend den neusten Erkenntnissen angepasst werden und trotzdem Stabilität in den Grundzügen für die künftige Entwicklung ermöglichen.