Schlieren

Gasrückzug: Stadtrat Beat Kilchenmann stand Red und Antwort

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Schlieren,

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 2. April 2025 stand Stadtrat Beat Kilchenmann etwa 160 betroffenen Eigentümern Red und Antwort zum Gasrückzug.

Das Stürmeierhuus an der Freiestrasse in Schlieren.
Das Stürmeierhuus an der Freiestrasse in Schlieren. - Nau.ch

Die etappenweise Stilllegung des Gasnetzes interessiert in Schlieren, wie die Stadt schreibt. Gut 160 Eigentümer folgten der Einladung der Stadt zu einem Infoabend im Startup Space Schlieren.

Stadtrat Beat Kilchenmann informierte über die Pläne der Stadt und stand anschliessend zusammen mit dem Team der Abteilung Werke, Versorgung und Anlagen für Fragen zur Verfügung

Gut 160 betroffene Eigentümer liessen sich aus erster Hand informieren

Bereits Anfang März 2025 hatte die Stadt Schlieren an einer Energie-Info am gleichen Ort unter anderem über den Gasrückzug informiert. Am 2. April waren jetzt alle direkt von der Stilllegung des Gasnetzes betroffenen Eigentümer persönlich eingeladen.

Von den 600 Eingeladenen nahmen etwa ein Viertel die Gelegenheit wahr, sich vom dafür zuständigen Stadtrat Beat Kilchenmann aus erster Hand informieren zu lassen und Fragen zu stellen.

Stadtrat Beat Kilchenmann zeigte in seinem Eingangsreferat auf, dass der Entscheid der Stadt Schlieren zur etappenweise Stilllegung des Gasnetzes eine Folge der politischen Entwicklung im Bereich Klima-Ziele ist.

Das von der Schweiz unterzeichnete Pariser Abkommen, die Netto-Null-Strategie des Bundes und das Energiegesetz des Kantons Zürich wiesen alle in die gleiche Richtung: Gemeinden müssen Massnahmen treffen, um den CO2-Ausstoss zu reduzieren und die Klima-Ziele zu erreichen.

Gasnetz wird in Etappen bis 2040 stillgelegt

«Wir könnten auch gar nichts machen und bis 2050 warten», sagte Kilchenmann. Das sei aber aus Sicht des Stadtrates keine Option gewesen.

Die etappierte Stilllegung des Gasnetzes ab 2030 bis 2040 sei aus verschiedenen Gründen die beste Variante – sowohl betreffend Wirtschaftlichkeit wie auch aus Klimasicht. Denn damit könne verhindert werden, dass jetzt noch für viel Geld neue Gasleitungen gebaut würden, die sowieso bald stillgelegt werden müssten.

Zwar sei es nicht klar, wo in Schlieren in Zukunft überall Fernwärme verfügbar sei, da einige Gebiete noch in Prüfung seien. Trotzdem habe sich die Stadt für eine frühzeitige Kommunikation entschieden. Dies helfe Betroffenen, die Ablösung ihrer Heizung rechtzeitig zu planen.

Neben Fernwärme ständen individuelle Lösungen wie beispielsweise Wärmepumpen im Vordergrund. Für Gasheizungen, die frühzeitig abgeschaltet werden müssten, sehe der Stadtrat zudem Restwertentschädigungen vor. Diese Zahlungen müssten allerdings noch vom Parlament genehmigt werden.

Viele Fragen an die Stadt

Die Möglichkeit, Fragen zu stellen, wurde im Anschluss an das Referat rege genutzt. Zuerst im Plenum, danach an mehreren Beratungstischen. Mehrere Fragesteller sorgten sich darum, dass die Preise für Wärmepumpen steigen könnten, wenn viele zur selben Zeit eine Beschaffung planen.

Die Fachleute auf der Bühne konnten Entwarnung geben: Es sei genug Kapazität in der Region vorhanden. Wichtig sei es, mehrere Offerten einzuholen. Sonst könnten auch Offerten aus den Nachbarkantonen eine Lösung sein. Denn dort würden die Gasnetze voraussichtlich noch länger betrieben.

Neuere Leitungen seien zwar «wasserstofffähig» erläuterte Beat Kilchenmann auf eine Nachfrage. Trotzdem sei auch Biogas keine Alternative, da die Mengen zu klein seien. Ausnahmen seien nur enge Altstädte wie etwa im Zürcher Niederdorf, wo zu wenig Platz für Fernwärmeleitungen oder Wärmepumpen sei.

Wer soll die Stilllegung des Gasnetzes finanzieren?

Mehrere monierten, dass vor zehn Jahren Gasheizungen propagiert worden seien als sinnvolle Alternative zu Ölheizungen. Jetzt müssten Gaskunden wieder wechseln, und dies erst noch auf eigene Kosten.

Kritisiert wurde auch, dass der politische Entscheid des vorzeitigen Gas-Ausstiegs jetzt den Privaten verrechnet werde. Verlangt wurde von mehreren anwesenden Parlamentariern im Saal, dass die Politik als Verursacher die Kosten tragen solle.

Auch Schlieren hatte Ja gesagt zum kantonalen Energiegesetz

Beat Kilchenmann erinnerte daran, dass die Bevölkerung 2021 deutlich Ja gesagt habe zum kantonalen Energiegesetz, auch in Schlieren. Damit sei klar gewesen, dass Öl- und Gasheizungen ab 2022 nicht mehr neu erstellt werden durften.

Die Aufgabe einer vorausschauenden Politik sei es, mit dieser Vorgabe verantwortungsvoll umzugehen. Dies tue der Stadtrat Schlieren nach Prüfung aller Optionen mit dem etappenweisen Gasrückzug, um keine Steuergelder zu vergeuden.

Aber das letzte Wort bezüglich der Umsetzung und Finanzierung der Gasnetzstilllegung habe das Parlament.

Weitere Informationen sind auf der Webseite der Stadt Schlieren zu finden.

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