Wärme aus Abwasser: Bischofszell startet Fernwärmeverbund

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Weinfelden,

Nach fast zehn Jahren Planung und Bau nahm der Wärmeverbund Bischofszell-Sittertal den Betrieb auf. Die Anlage versorgt 350 Haushalte mit nachhaltiger Energie.

Die katholische Kirche in Bischofzell.
Die katholische Kirche in Bischofzell. - Nau.ch / Miriam Danielsson

Wie die Stadt Bischofszell mitteilt, konnte nach fast zehn Jahren Planungs- und Bauzeit der Wärmeverbund Bischofszell-Sittertal kürzlich seinen Betrieb aufnehmen. Die Beteiligten feierten dies mit einer «Ufheizete» an einem Tag der passender nicht sein konnte, einem kalten Dezembertag.

Gemeinsam mit der EKT AG bauten die Stadt Bischofszell und die Technischen Betriebe Bischofszell eine Heizzentrale bei der Abwasserreinigungsanlage im Sittertal, die dem Abwasser Energie entzieht und in ein Fernwärmenetz einspeist. Die Anlage deckt den jährlichen Heizbedarf von rund 350 Familien und spart jährlich mehr als 400 Tonnen CO2 ein.

Im Abwasser steckt Energie. Im Winter kann damit geheizt und im Sommer gekühlt werden. Das liegt daran, dass das Abwasser im Winter wärmer als die Umgebungsluft ist und im Sommer kühler. Die Temperatur des Abwassers pendelt im Jahresverlauf zwischen 10 und 20 Grad Celsius. Mit einem Wärmetauscher, der mit einer Wärmepumpe gekoppelt ist, kann dem Wasser die Energie entzogen und damit geheizt oder gekühlt werden. Möglich ist die Energieentnahme aus ungereinigtem oder gereinigtem Abwasser.

Erfolgreiches Zusammenspiel

Stadtpräsident Thomas Weingart hob in seiner Rede vor den Handwerkerinnen und Handwerkern, den Planern sowie Vertreterinnen und Vertretern des Abwasserzweckverbands und der Partnergemeinden das Engagement der EKT AG hervor. Ohne das Thurgauer Energieversorgungsunternehmen wäre das Projekt wohl nie richtig «warm» geworden, wie Weingart sagte.

Der Fernwärmeverbund sei ein gutes Beispiel für das Zusammenspiel verschiedener öffentlicher Körperschaften. Weingart erinnerte die Gäste an die Urväter des Projekts: Alt-Stadtammann Josef Mattle und insbesondere Urs Gamper, den ehemaligen Geschäftsleiter der Technischen Gemeindebetriebe.

Der Stadtpräsident erwähnte ebenso Roger Mauchle, zuständiger Mitarbeiter bei den TGB, der die Höhen und Tiefen bei der Umsetzung über die Jahre stets mitgetragen und wichtige Arbeit im Hintergrund geleistet habe. Der Geschäftsführer des Wärmeverbunds, Marcel Stofer, dankte seinerseits allen Beteiligten und zeigte sich froh darüber, dass der Betrieb der Anlage gut angelaufen ist.

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