Jarle Skavhellen: Intimität und Weite

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USA,

Intimität und Weite, Scandi-Folk und Americana-Pop: Das zweite Album des Norwegers Jarle Skavhellen entstand im US-Bundesstaat Oregon und vereinbart Gutes aus beiden Welten.

Jarle Skavhellen hat seinen Sound gefunden. Foto: Andris S. Visdal/dpa
Jarle Skavhellen hat seinen Sound gefunden. Foto: Andris S. Visdal/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Loblied auf Singer-Songwriter-Pop aus dem hohen Norden Europas wurde ja schon häufig angestimmt.

Mit Jarle Skavhellen präsentiert sich nun ein weiterer skandinavischer Folkie, der mit wunderhübschen Songs zu überzeugen weiss.

Konkret stammt der junge Mann mit dem durchdringend-verträumten Blick aus Norwegen - und tatsächlich scheint seine Musik auf dem neuen Album «Beech Street» (Nettwerk) oft perfekt zur urwüchsigen Fjordlandschaften zu passen. Gelegentlich, etwa in «Just Not Ready To Let Go», bricht in die rustikale Idylle kurz ein gewisses Artpop-Pathos hinein - ehe der Song behaglich austrudelt.

«Die ruhigen Stücke sind ruhiger. Die grossen Songs sind grösser, doch die Unvollkommenheiten kommen durch», sagt Skavhellen über seine zweite Platte im Vergleich zum Vorgänger «The Ghost In Your Smile» (2018). «Es ist organischer und pompöser zugleich. Ich habe den Sound gefunden, auf den ich die ganze Zeit hingearbeitet habe.»

Nach dem Start in seiner Heimatstadt Bergen und ersten Erfolgen mit der EP «Pilots» sammelte Skavhellen mit dem Debüt rund neun Millionen Spotify-Streams, er tourte unter anderem mit den irischen Villagers. Danach traute er sich, Kontakt zum renommierten US-Produzenten Tucker Martine (My Morning Jacket, Sufjan Stevens, Laura Veirs) aufzunehmen - mit Erfolg.

Die beiden nahmen «Beech Street» innerhalb von zwei Wochen in Martines Studio in Portland/Oregon auf. «Wir haben wirklich das Beste aus der kurzen Zeit gemacht», freut sich der norwegische Sänger und Gitarrist. «Ursprünglich wollten wir ein reduziertes, fast ausschliesslich akustisches Album aufnehmen, doch dank des kreativen Umfelds wurde es zu etwas Anderem. Wenn einer von uns eine Idee hatte, liessen wir es einfach passieren und stoppten uns nie gegenseitig.»

Er sei auch «grosser Fan von J.J. Cale und Ry Cooder, und es scheint, als hätten sich einige dieser Einflüsse aufs Album geschlichen». Insofern atmet Skavhellens zweites Album, eine signifikante Steigerung gegenüber «The Ghost In Your Smile», neben der Intimität des Scandi-Folks (etwa im stark an Harry Nilsson erinnernden «Northern Lights») auch die Weite eines klassischen Americana-Sounds («Montana»). Sehr schönes Album.

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