Bundesrat prüft Handy-Verbot an Schulen und Tiktok-Regeln
Der Bundesrat will ein Smartphone-Verbot an Schulen und eine Zugangsbeschränkung zu Tiktok und Co. für unter 16-Jährige prüfen, um die Kinder zu schützen.
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Das Wichtigste in Kürze
- Der Bundesrat will ein Smartphone-Verbot an Schulen prüfen.
- Auch ein Verbot von Tiktok, Instagram & Co. für unter 16-Jährige komme infrage.
- Zwei Vorstösse von Ständerätinnen der Grünen empfiehlt er deshalb zur Annahme.
Kinder und Jugendliche sollen vor schädlichem Konsum von sozialen Medien geschützt werden. Der Bundesrat will zu diesem Zweck ein Smartphone-Verbot an Schulen prüfen.
Auch ein Verbot des Zugangs zu Plattformen wie Tiktok oder Instagram für unter 16-Jährige fasst er ins Auge.
Er hat zwei entsprechende Postulate der Ständerätinnen Maya Graf (Grüne/BL) und Céline Vara (Grüne/NE) zur Annahme empfohlen.
Dies geht aus seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf die Vorstösse hervor: «Die Frage eines Verbots oder einer Einschränkung der Nutzung sozialer Netzwerke für Kinder unter 16 Jahren wird diskutiert.»
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Die Auswirkungen der Nutzung sozialer Netzwerke auf die psychische Gesundheit junger Menschen sind laut dem Bundesrat umstritten. Er sei bereit, die Situation in einem Bericht genauer zu analysieren.
Massnahmen gegen problematische Nutzung von Tiktok und Instagram
Graf und Vara begründeten ihre Forderung mit der zunehmenden problematischen Nutzung sozialer Medien.
Mehrere Studien zeigten einen Zusammenhang zwischen der Zeit, die man in sozialen Netzwerken verbringt, und einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit. Laut einer WHO-Studie stelle dies «ein echtes Problem für die öffentliche Gesundheit» dar.
Kürzlich hatte Australien als erstes Land ein Verbot des Zugangs zu Plattformen wie Tiktok und Instagram an unter 16-Jährige beschlossen.
In verschiedenen Ländern gibt es zudem an Schulen ein Verbot oder Einschränkungen des Smartphone-Gebrauchs. Dazu zählen unter anderem Italien, Frankreich, Griechenland und die Niederlande.
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Die Präsidentin der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), Silvia Steiner, hatte im Herbst für ein Handyverbot an Schulen plädiert.
Sie sehe nicht ein, warum es im Unterricht oder auf dem Pausenplatz Handys brauche, sagte die Zürcher Bildungsdirektorin damals.
Eine Studie ergab Ende letzten Jahres, dass 82 Prozent der Befragten in der Schweiz ein Handyverbot an Schulen befürworten.
Auch ein Tiktok-Verbot stiess in der Umfrage bei der Bevölkerung Anklang: 68 Prozent wären dafür.