GLP fordert CO2-Abgaben für Privatjets und Businessflüge
Die Grünliberalen fordern Konsequenzen für Business- und Privatjetflüge: Die GLP will eine CO2-Abgabe. Sowohl für Stars, wie auch den Bundesrat.

Das Wichtigste in Kürze
- Kürzlich sind mehrere Promis für eine Klimakonferenz in Privatjets nach Sizilien geflogen.
- Viele Privat- und Businessflüge sind von CO2-Abgaben ausgeschlossen.
- Das will die GLP in der Schweiz nun ändern und fordert die Einführung von Abgaben.
Bei vielen sorgte die Aktion für Kopfschütteln: Mehrere Promis reisten letzte Woche ans Klima-Camp von Google nach Sizilien – mit 114 Privatjets. Darunter VIP's wie Leonardo DiCaprio oder Barack Obama.

Auch bei der GLP sorgt dies für Unverständnis. «Das ist nicht sehr konsequent», sagt Pascal Vuichard, Vize-Präsident der Grünliberalen, zu Nau. Seine Partei fordert in der Schweiz die Einführung einer CO2-Abgabe für Privat- und Businessjets sowie Charterflüge.
Schweiz besonders in der Verantwortung
«Alle, die CO2 ausstossen, sollen auch dafür aufkommen. Business- und Privatjets sind momentan aber von solchen Abgaben befreit», erklärt Vuichard. Dabei gäbe es gerade in der Schweiz viele solche Flüge.
Das Klima-Camp von Google sei aber nur das Tüpfelchen auf dem «i» gewesen. Denn: Privat- und Businessflüge sind besonders klimaschädlich. Die CO2-Emission pro Person sei rund zehn Mal so gross wie bei einem Linienflug.

Wie bereits aus einem Vorstoss der GLP vom Juni hervorgeht, sollen diese Abgaben mindestens 120 Franken/tCO2-Äquivalent betragen.
GLP sieht Bundesrat in der Verantwortung
Der Vize-Präsident der GLP glaubt, dass dieses Anliegen «durchaus eine Chance hat»: «Eigentlich wissen alle, dass Flugzeuge sehr viel CO2 ausstossen und sind überzeugt davon, dass die Verursacher dafür aufkommen müssen.»
Das Anliegen sei mit der Flugticketabgabe nicht vergleichbar, aber auch dort gebe es eine steigende Tendenz beim Volk: «Ich glaube die Bereitschaft ist da, den durch einen Flug verursachten CO2-Ausstoss mitzufinanzieren und so zu kompensieren», so Vuichard.

Wenn es nach der GLP geht, sollen auch Bundesräte ihre CO2-Flugemissionen kompensieren. Noch ist nicht klar, ob der Bundesrats-Jet dem internationalen Klimaschutzabkommen (CORSIA) untersteht.
Für Vuichard wäre es aber richtig, «dass auch Bundesräte ihren CO2-Ausstoss reduzieren oder zumindest kompensieren». Ihm sei bewusst, dass Bundesräte zum Teil fliegen müssen, um ihren Aufgaben nachzukommen. «Aber sie sollen als gutes Beispiel vorangehen und zeigen, dass ihnen das Thema Klimaschutz wichtig ist.»
«Einsatz von Promis für Klimaschutz wichtig, aber...»
Trotz dem Fauxpas von Google ist sich Pascal Vuichard sicher: «Der Einsatz von Promis für den Klimaschutz ist wichtig, da sie eine grössere Reichweite haben als Politiker. Aber sie müssen auch konsequent sein, damit sie glaubwürdig sind.» So wäre gerade ein von Google organisierter Gipfel für eine Videokonferenz prädestiniert gewesen.
Denn Klima-Gipfel, wie den heutigen in Lausanne, hält der Vize-Präsident der GLP durchaus für wichtig. Es brauche eine internationale Koordination, um über genaue Ziele zu sprechen und die grösstmögliche Reichweite zu erreichen.

«Ob alle auch direkt vor Ort sein müssen, ist natürlich die andere Frage. Ich glaube mit der heutigen Technologie geht das auch anders», sagt Vuichard zum Schluss.