Walliser Staatsrat Darbellay denkt über Kandidatur nach
Zahlreiche Aushängeschilder der Mitte-Partei haben bereits abgesagt. Der Walliser Christophe Darbellay überlegt sich dagegen eine Kandidatur für den Bundesrat.

Das Wichtigste in Kürze
- Martin Candinas und Heidi Z'graggen wollen nicht in den Bundesrat.
- Der Bündner sagt, ihm fehle das «innere Feuer» für das Amt.
- Dafür zeigt der Walliser Staatsrat Christophe Darbellay Interesse.
Der als Nachfolger von Bundesrätin Viola Amherd gehandelte Bündner Mitte-Nationalrat Martin Candinas will nicht Bundesrat werden. Er verzichte auf eine Kandidatur, teilte er am Montagmorgen mit.

«Eine Kandidatur für die Landesregierung erfordert volle Überzeugung und Hingabe», schreibt Candinas in einer Mitteilung. Die Leidenschaft sei das wichtigste Kriterium. Und das Amt des Bundesrats entfache in ihm aktuell «kein inneres Feuer».
Er wolle sich weiterhin seinen «vielfältigen Aufgaben» widmen, so der Mitte-Politiker. Dazu gehören seine Tätigkeit als Nationalrat oder sein Engagement in verschiedenen Verbänden, Organisationen und Unternehmen. Er habe in diesen Tätigkeiten genügend Flexibilität, um Zeit für Freunde und Familie zu haben, was er sehr schätze.
Heidi Z'graggen will auch nicht
Auch Ständerätin Heidi Z'graggen verzichtet auf die Bundesratskandidatur. In einer Mitteilung schreibt sie: «Mein Einsatz und meine volle Kraft gelten den Anliegen des Kantons Uri, der Berggebiete und der gesamten Schweiz.»

Im Jahr 2018 hatte sie als Bundesrätin kandidiert, allerdings gegen Amherd verloren.
Walliser Staatsrat Darbellay überlegt es sich
Im Gegensatz zu Candinas und Z'graggen ist der Walliser Staatsrat Christophe Darbellay einer Kandidatur nicht abgeneigt. «Ich denke ernsthaft darüber nach», sagte er am Montag der Walliser Tageszeitung «Le Nouvelliste».

Er werde sich Zeit nehmen, sich eine Kandidatur zu überlegen und dies mit seiner Partei und seiner Familie besprechen, sagte Darbellay in dem Zeitungs-Interview weiter. Seine Kandidatur für eine dritte Amtszeit in der Walliser Kantonsregierung am kommenden 2. März hält der Mitte-Politiker vorerst aber aufrecht.
«Im Gegensatz zu dem, was viele sagen, war es nie ein Ziel an sich, Bundesrat zu werden», sagte Darbellay weiter. Das Timing sei nicht ideal. Er sei aber der Meinung, dass man eine Gelegenheit ergreifen müsse, wenn sie sich einem biete.
Auch andere Favoriten sagen ab
Damit verkleinert sich das Feld der möglichen Kandidaten weiter: Vor Candinas hatte bereits Parteipräsident Gerhard Pfister erklärt, nicht kandidieren zu wollen. Auch Fraktionschef Philipp Matthias Bregy und Ständerat Benedikt Würth haben schon verzichtet.
Der Zürcher Nationalrat Philipp Kutter sagte dagegen in der «SonntagsZeitung», dass er sich eine Kandidatur überlege.
Die Mitte-Partei will heute Montag erste Entscheide bezüglich der Amherd-Nachfolge treffen.