SP-Chefin: Lockdown & Co. nur mit wirtschaftlicher Perspektive!

Christof Vuille
Christof Vuille

Bern,

Der Bundesrat diskutiert Pläne für einen Kurz-Lockdown. SP-Chefin Mattea Meyer fordert für harte Massnahmen einen klaren Plan zur Rettung der Wirtschaft.

Mattea Meyer SP Coronavirus
SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer fordert klare wirtschaftliche Begleitmassnahmen, falls es zu weiteren Corona-Einschränkungen kommt. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bundesrat erwägt noch härtere Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus.
  • SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer findet: Wer eingeschränkt wird, muss entschädigt werden.

Der Bundesrat beobachtet, diskutiert, wägt ab und warnt. Die Corona-Situation sei «schlecht», sagte Gesundheitsminister Alain Berset gestern Mittwoch. Entscheide hat die Landesregierung aber keine getroffen, sondern für nächste Woche in Aussicht gestellt.

Alain Berset Coronavirus
Bundesrat Alain Berset spricht an einer Medienkonferenz zum aktuellen Stand zum Coronavirus am Mittwoch, 21. Oktober 2020, in Bern. - keystone

Das sorgt einerseits für Kritik von Wissenschaftlern, anderseits aber auch für Angst in der Wirtschaft. Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler warnt: «Für KMU wäre auch ein kurzer Lockdown fatal!» Anders tönt es auf der linken Seite des politischen Spektrums.

Mattea Meyer: «Perspektive für Betroffene»

Die frischgebackene SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer will gar nicht erst spekulieren, was die richtigen gesundheitspolizeilichen Massnahmen sind. «Auch bei der Frage zu einem kurzen Lockdown gilt: Solche Entscheide muss der Bundesrat nach Rücksprache mit der wissenschaftlichen Taskforce treffen», sagt sie.

Mattea Meyer Cédric Wermuth
Erst am 18. Oktober 2020 wurden Mattea Meyer und Cédric Wermuth an die Spitze der Schweizer Sozialdemokraten gewählt. - Keystone

Zentral sei für die Sozialdemokraten, dass kein Graben zwischen Gesundheit und Wirtschaft aufgerissen werde. «Genau das versuchen die Bürgerlichen aber seit Monaten», so Meyer. Für die Firmen im Land sei ebenfalls die oberste Priorität, das Virus einzudämmen.

Mattea Meyer SP Parlament
SP-Nationalrätin Mattea Meyer kämpfte bereits im Frühsommer an vorderster Front für Corona-Betroffene – dieses Engagement will sie auch als Co-Präsidentin fortführen. - Keystone

Komme der Bundesrat oder eine Kantonsregierung zum Schluss, dass es scharfe Massnahmen braucht, sei das vertretbar. Aber: «Solche Entscheide müssen aber begleitet werden von wirtschaftlichen Hilfsmassnahmen. Alle Betroffenen brauchen eine klare Perspektive und Planungssicherheit.»

Schliessung nicht als Killer-Kriterium

Es dürfe nicht sein, dass nur Branchen mit einer starken Lobby «profitieren». Konkret bedeute dies Mietzinserlasse und Erwerbsausfall-Entschädigungen – und zwar unabhängig davon, ob ein Betrieb schliessen muss.

Befürworten Sie weitere staatliche Hilfsmassnahmen für Corona-betroffene Firmen und Betriebe?

«Das führt sonst zu absurden Situationen wie bei den Clubs, die teilweise um eine behördliche Schliessung bitten. Hier muss der Bundesrat dringend Lösungen präsentieren», so Meyer. Dann würden Bevölkerung und Wirtschaft auch harte gesundheitspolizeiliche Massnahmen akzeptieren und einhalten.

Ueli Maurer
Finanzminister Ueli Maurer kämpft gegen weitere Corona-bedingte Einschränkungen – und sagt, der Bund habe kein Geld für einen weiteren Lockdown. - keystone

Ob den Aussagen von Finanzminister Ueli Maurer, dass die Schweiz «kein Geld» dafür habe, schüttelt sie nur den Kopf. «Im Frühling rechnete man damit, dass die Krise 60 Milliarden Franken kostet, nun sind es bisher bloss etwa 20 Milliarden.» Nichts zu tun, koste immer mehr, «weil das Massenkonkurs und Massenarbeitslosigkeit bedeuten würde.»

Kommentare

Weiterlesen

Strassenumfrage Mini-Lockdown
478 Interaktionen
«Anderen Weg finden»
Coronavirus
2’264 Interaktionen
Corona-Hammer
Alain Berset Coronavirus Mini-Lockdown
736 Interaktionen
«Bringt so nichts»
Ernte Garten Anbau
Aus Rohstoffen

MEHR SP

Raphael Golta Porträt
15 Interaktionen
Zürich
Julia Baumgartner.
1 Interaktionen
Zur Wahl
luzern
1 Interaktionen
Politik

MEHR AUS STADT BERN

Casino Bern Katze Dach
5 Interaktionen
Staunen in Bern
Alain Villard
FC Breitenrain
Dr. Karin Ritschard Ugi
Vorübergehend