Boliviens Übergangsregierung bietet Morales-Partei Gespräche an

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Bolivien,

Nach dem Rücktritt von Evo Morales herrscht in Bolivien noch immer Chaos. Die Übergangsregierung bietet seiner Partei nun aber erste Gespräche an.

Evo Morales
Evo Morales, Staatspräsident von Bolivien, blickt während einer Pressekonferenz nach unten. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor wenigen Tag gab Boliviens Präsident Morales seinen Rücktritt bekannt.
  • Seither herrscht in dem südamerikanischen Land eine Übergangsregierung.

Boliviens Übergangsregierung hat den Anhängern des zurückgetretenen Staatschefs Evo Morales einen Dialog zur Befriedung des südamerikanischen Landes angeboten. Es gebe bereits Gespräche mit Abgeordneten von Morales' Partei MAS (Bewegung zum Sozialismus), berichteten örtliche Medien am Donnerstag (Ortszeit).

Präsidialamtsminister Jerjes Justiniano sagte der bisherigen Regierungspartei demnach zu, sie müsse keine politische Verfolgung fürchten: «Eine Hexenjagd wird es nicht geben.»

Es gehe darum, den Andenstaat zu befrieden und bald Neuwahlen anzusetzen. Auch dürfe Morales, der in Mexiko Asyl erhalten hat, zurückkehren, sagte Justiniano den Berichten zufolge. Boliviens Interimspräsidentin Jeanine Añez schloss allerdings aus, dass Morales bei einer Neuwahl als Kandidat antreten könne.

Zehn Tote bei Protesten

Zuvor war es erneut zu Zusammenstössen zwischen Anhängern und Gegnern des Ex-Präsidenten gekommen. Bei den seit drei Wochen andauernden Unruhen sind zehn Menschen ums Leben gekommen. Aus Sorge vor einer weiteren Eskalation schickte UN-Generalsekretär António Guterres einen Sondergesandten nach Bolivien. Der Franzose Jean Arnault soll bei der Suche nach einer friedlichen Lösung der Krise helfen.

Bolivien
Unterstützer des ehemaligen Präsidenten Morales nehmen an einer Demonstration teil. - dpa

Morales, der das Andenland seit 2006 als erster indigener Präsident regiert hatte, war am Sonntag – nur drei Wochen nach seiner umstrittenen Wiederwahl – auch unter dem Druck von Militär und Polizei zurückgetreten. Der Sozialist, der für eine vierte Amtszeit kandidierte, hatte sich nach der Abstimmung am 20. Oktober zum Sieger in der ersten Runde erklärt. Die Opposition und internationale Beobachter hatten ihm Wahlbetrug vorgeworfen.

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