Selenskyj: USA wollten Ukraine noch nie in der Nato
Selenskyj zeigte sich nicht überrascht von den jüngsten negativen Äusserungen aus den USA zur möglichen Nato-Mitgliedschaft der Ukraine.
![Selenskyj hofft auf eine Einladung zum Nato-Beitritt der Ukraine. (Archivbild)](https://c.nau.ch/i/qeZ4JR/900/selenskyj-hofft-auf-eine-einladung-zum-nato-beitritt-der-ukraine-archivbild.jpg)
Die jüngsten negativen Äusserungen aus den USA rund um eine mögliche Nato-Mitgliedschaft der Ukraine überraschen den dortigen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nicht. Washington habe die Ukraine noch nie in der Nato gesehen. Dies sagte Selenskyj bei einer Diskussionsveranstaltung bei der Münchner Sicherheitskonferenz.
Insofern sei die Position der neuen US-Regierung nicht anders als unter dem früheren Präsidenten Joe Biden. Der neue US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und US-Präsident Donald Trump hatten jüngst Zweifel an einer Nato-Mitgliedschaft der Ukraine geäussert.
Selenskyj: «Das werden wir sehen»
Dies sei ein unrealistisches Szenario und könne nicht Teil einer möglichen Friedenslösung sein. Da Russland dies «niemals akzeptieren würde». Dagegen sieht etwa Grossbritannien die Ukraine auf einem «unumkehrbaren Weg» in die Nato.
Selenskyj sagte in München weiter, bereits in seinem ersten Telefonat mit Biden habe dieser auf die Frage nach einer Nato-Mitgliedschaft der Ukraine klar mit Nein geantwortet. Er selbst habe daraufhin nur geantwortet: «Das werden wir sehen.»
Russische Armee überlegen
Ohnehin sei die russische Armee derzeit den in Europa verfügbaren Soldaten von Ukraine und Nato noch immer personell weit überlegen. «Russland hat 220 Brigaden, echte Brigaden. Sie sind also heute doppelt so gross wie wir», sagte Selenskyj bezogen auf die nach seinen Worten 110 ukrainischen Brigaden.
In Europa gebe es 82 weitere Brigaden. «Selbst zusammen sind wir nicht mit der russischen Armee vergleichbar.»
Angesichts der Debatte über Sicherheitsgarantien für die Ukraine müssten daher Mittel für eine Vergrösserung der ukrainischen Armee gefunden werden. «Und wir müssen auch Möglichkeiten finden, die Produktion und die Armee in Europa aufzustocken», sagte Selenskyj.