Aargau dürfte Zürcher Standortförderung weiter fern bleiben
Der Kanton Aargau steht vor einer politischen Kontroverse bezüglich der Mitgliedschaft in der «Greater Zurich Area».

Der Kanton Aargau dürfte der «Greater Zurich Area (GZA)» weiterhin die kalte Schulter zeigen: Der Regierungsrat beantragt zwar den Wiedereintritt in die überkantonale Standortförderungsorganisation – das stösst aber auf politischen Widerstand, wie die laufende Vernehmlassung zeigt. Geld in «eine interkantonale Akquiseorganisation» zu stecken und den Aargau mit teuren Massnahmen im Ausland bekannt machen zu wollen, das ist für die SVP der falsche Ansatz. Sie fordert, dass der Kanton zuerst in ein attraktives steuerliches Umfeld investiere sowie Baugesuche und weitere Behördengänge beschleunige und vereinfache.
Bei der FDP, die im Grossen Rat gemeinsam mit der SVP/EDU die Mehrheit stellt, tönt es ähnlich: Statt für eine GZA-Teilnahme zu bezahlen, soll der Kanton erst seine Ressourcen nutzen, «um ein wirtschaftsfreundliches Umfeld zu schaffen, in dem bestehende und neue Unternehmen gleichermassen prosperieren können». Der Kanton Aargau sei stark genug, seine eigenen Standortvorteile zu nutzen und seine Wettbewerbsfähigkeit eigenständig auszubauen.
Für die Grünen halten sich die positiven und negativen Aspekte eines GZA-Beitrittes die Waage. Sie geben keine Empfehlung ab – fordern aber, dass der Kanton Aargau sich vehement für eine Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch einsetzt. Die Stellungnahmen der SP und der EVP liegen noch nicht vor.
Für einen Beitritt votieren hingegen Grünliberale und Mitte. Der Kanton Aargau könnte so seine guten Standortvoraussetzungen besser und effizienter vermarkten, hält die GLP fest. Und für die Mitte ist klar, dass es eine professionelle, etablierte Regionalorganisation brauche, «damit auch ausserkantonale und ausländische Märkte auf den Aargau aufmerksam werden».
Regierungsrat will beitreten
Aus diesem Grund will auch der Aargauer Regierungsrat der «Greater Zurich Area» beitreten. Diese Vermarktungsorganisation mit starker Präsenz in den ausländischen Zielmärkten schaffe die Voraussetzung, dass sich mehr wertschöpfende Unternehmen ansiedeln würden. Diese internationale Akquise sei kostenintensiv, alleine habe der Kanton einen Wettbewerbsnachteil.
Der Aargau war von 2007 bis 2010 bei der GZA bereits einmal «Mitglied auf Probe», trat aber wegen eines unbefriedigenden Kosten-Nutzen-Verhältnisses wieder aus. Inzwischen habe die GZA ihren Fokus von steueroptimierenden Unternehmen hin zu innovationsstarken Unternehmen gewechselt, die für den Standort Aargau attraktiv seien, hält der Regierungsrat fest.
Er will der Organisation deshalb beitreten. Für die Mitgliedschaft in den Jahren 2026 bis 2033 beantragt er einen Kredit von 11,5 Millionen Franken.