Marco Odermatt siegt in Kitzbühel: «Die Stürze nehmen die Euphorie»
Marco Odermatt krönt sich endlich zum Sieger auf dem Hahnenkamm: Der Ski-Dominator siegt in Kitzbühel im Super-G knapp vor Raphael Haaser.
Das Wichtigste in Kürze
- Marco Odermatt feiert im Super-G seinen ersten Hahnenkamm-Sieg.
- Der Schweizer gewinnt hauchdünn vor dem Österreicher Raphael Haaser.
- Haaser verhindert als Zweiter einen Schweizer Dreifachsieg.
Lange musste Marco Odermatt darauf warten, jetzt ist es soweit: Der Nidwaldner feiert seinen ersehnten ersten Sieg in Kitzbühel.
Zwar gewinnt der Ski-Dominator am Freitag «nur» den Super-G auf dem Hahnenkamm. Angesichts des Rennverlaufs darf der Gesamtweltcup-Führende damit aber mehr als zufrieden sein.
Denn die Fans sehen in Kitzbühel einen chaotischen Super-G, wie ihn nur der Hahnenkamm schreibt. Eine selektive Stelle in der Kurssetzung nach knapp 20 Fahrsekunden wird zahlreichen Fahrern zum Verhängnis. Unter anderem stürzt dort auch Alexis Pinturault schwer, er muss mit dem Helikopter geborgen werden.
«Es ist ein sehr spezieller Tag», meint der Tagessieger im SRF-Interview während einer der vielen Unterbrechungen. «Schade ist es wegen der vielen Stürze – das nimmt ein wenig die Euphorie, die Emotionen.»
Zugleich sieht Odermatt aber auch eine Warnung vor dem Highlight mit der Abfahrt am Samstag. «Vielleicht ist es grad gut, dass man auf morgen fokussiert bleibt. Es waren heute viele Fehler dabei, auch Eigenfehler. Es ist eine brutale Piste – das ist nichts Neues.»
Marco Odermatt in Kitzbühel hauchdünn voran
Odermatt zählt zu denjenigen, die diese Schlüsselstelle am besten meistern. Dabei legt der Schweizer am Ende kurioserweise in keinem Streckenabschnitt die Bestzeit hin.
Insgesamt schafft aber keiner seiner Kontrahenten eine fehlerlose Fahrt. Einzig Raphael Haaser kommt mit 11 Hundertstelsekunden Rückstand nahe heran.
Der Österreicher verhindert damit auf heimischem Terrain einen Schweizer Dreifachsieg: Hinter ihm wird Stefan Rogentin trotz Grippe-Symptomen mit einer bärenstarken Fahrt Dritter.
Wengen-Sieger Franjo von Allmen verpasst als Vierter nur knapp das Podest. Mit Justin Murisier fährt zudem ein vierter Schweizer als Neunter in die Top-Ten.
Viele schwere Stürze in Kitzbühel
Ein starkes Resultat feiert auch Justin Murisier mit Rang 16. Alexis Monney und Arnaud Boisset holen auf Rang 24 und 30 Punkte, Lars Rösti geht nach einem Torfehler leer aus.
Für Spannung sorgen die vielen Unterbrechungen, weil die Piste besser wird. So fährt etwa Felix Monsen mit Startnummer 39 noch auf Rang zehn.
Überschattet wird das Rennen aber von mehreren schweren Stürzen, nicht nur jenem von Pinturault. An der gleichen Stelle verunfallt auch sein Landsmann Florian Loriot, auch er muss mit dem Helikopter abtransportiert werden.
Spektakulär stürzen Otmar Striedinger und Nils Alphand vor der Hausbergkante durch die Bande, bleiben aber unverletzt.