Nicht Musk: Weisses Haus nennt offizielle Doge-Chefin
Wer hat beim umstrittenen Doge-Gremium das Sagen? Alle Pfeile zeigen in Richtung Elon Musk. Doch dem ist nicht so, versichert das Weisse Haus.
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Nach langer Unklarheit über die offizielle Leitung des sogenannten Departments of Government Efficiency hat das Weisse Haus einen Namen genannt – und es ist nicht Elon Musk. «Amy Gleason ist also schon seit einiger Zeit Doge-Chefin», bestätigte Sprecherin Karoline Leavitt entsprechende Medienberichte vom Vortag.
Sie sei sich über den genauen Zeitrahmen nicht sicher. «Ich glaube, seit einigen Wochen, vielleicht einem Monat.» Gleason sei Berufsbeamtin, erklärte Leavitt.
Leavitt bestreitet Informationslücke bei Doge-Mitarbeitern
Die Sprecherin gab sich überrascht über das grosse Interesse an der Personalie. Auf die Frage, warum selbst Doge-Mitarbeiter offenbar erst am Dienstag über die Besetzung informiert wurden, antwortete Leavitt, diese seien «offensichtlich nicht im Bilde» und behauptete: «Alle wussten Bescheid.»
Es gebe «weitaus wichtigere Themen in der Welt als die Frage, wer Doge leitet», fügte Leavitt hinzu. «Aber aus irgendeinem Grund ist die Presse so besessen davon, dass Sie unaufhörlich danach fragen.»
Dass die Führung des Gremiums so stark im Fokus steht, ist allerdings keineswegs überraschend. Kurz nach seiner Wahl im November hatte US-Präsident Donald Trump den Tech-Milliardär Elon Musk mit dem Kürzen von Staatsausgaben betraut und ausdrücklich verkündet: «Ich freue mich, ankündigen zu können, dass der grossartige Elon Musk (…) das Department of Government Efficiency (Doge) leiten wird.»
Wer steht wirklich an der Spitze?
Musk selbst kultiviert das Bild, dass er massgeblich das Sagen bei Doge hat. Mit dem Gremium nimmt der laut Schätzungen reichste Mensch der Welt seit Wochen erheblichen Einfluss auf die Arbeit zahlreicher US-Behörden. Dafür wurden ihm offenbar weitreichende Befugnisse eingeräumt – einschliesslich Massenentlassungen, deren Rechtmässigkeit fraglich ist.
Doge und damit auch Musks Rolle sind inzwischen Gegenstand mehrerer Klagen. Es ist gut möglich, dass das Weisse Haus versucht, ihn aus der juristischen Schusslinie zu holen. Musk hatte Trump im Wahlkampf grosszügig finanziell unterstützt. Ursprünglich hatte der Republikaner die Rolle des Multimilliardärs in Verbindung mit dem Gremium explizit ausserhalb der Regierung definiert.
Kurz nach seiner Vereidigung erhob Trump ihn dann zum «besonderen Regierungsangestellten». Ein Status, der eigentlich mit strikten Einschränkungen und Ethik-Regeln verbunden ist. Als CEO von Tesla, SpaceX und X hat Musk weitreichende wirtschaftliche Eigeninteressen.