Denkfabrik: Pakistan erlebt blutigsten Monat seit Jahren
Pakistan hat den höchsten Stand an Anschlägen seit über einem Jahrzehnt verzeichnen müssen.

In Pakistan ist laut Konfliktforschern die Zahl der Anschläge auf den höchsten Stand seit über zehn Jahren gestiegen.
Die Denkfabrik Pakistan Institute for Conflict and Security Studies (PICSS) registrierte im vergangenen März insgesamt 105 Anschläge. Damit habe es das erste Mal seit November 2014 wieder mehr als 100 dieser gewalttätigen Vorfälle in einem Monat gegeben.
Gleichzeitig wies der März die höchste Anzahl an Todesopfern seit August 2015 auf, so PICSS weiter. Unter den 228 dokumentierten Todesopfern seien 73 Sicherheitskräfte, 67 Zivilisten und 88 Angreifer.
Besonders betroffene Regionen
Besonders die Provinz Khyber Pakhtunkhwa im Nordwesten des Landes sowie die südwestliche Provinz Baluchistan sind von der steigenden Gewalt in dem südasiatischen Land betroffen. Die meisten Anschläge reklamierten die pakistanischen Taliban (TTP) und die Separatistengruppe Balochistan Liberation Army (BLA) für sich.
Im März sorgte die BLA mit einem Überfall auf einen Zug in der Provinz Baluchistan für weltweites Aufsehen, im Zuge dessen rund «450 Passagiere» als Geiseln genommen wurden. «26 von ihnen kamen zu Tode».
Die steigende Gewalt hat zu Spannungen mit dem Nachbarland Afghanistan geführt. Pakistan wirft den dort herrschenden Taliban vor, der TTP auf ihrem Boden Schutz zu gewähren. Die Machthaber in Kabul weisen diese Vorwürfe zurück.