Waffenruhe tritt in Myanmar nach Erdbeben in Kraft
Nach dem verheerenden Erdbeben verkündet Myanmars Militärregierung eine Waffenruhe. Doch die Bedingungen sorgen für Kritik und Unsicherheit.

Die Militärjunta in Myanmar hat angesichts des verheerenden Erdbebens eine vorübergehende Waffenruhe ausgerufen. Laut «ZDF» soll diese bis zum 22. April gelten und die humanitäre Hilfe erleichtern.
Das Erdbeben der Stärke 7,7 hat bisher über 2800 Menschenleben gefordert und Tausende verletzt. Die Zerstörung von Infrastruktur wie Brücken, Strassen und Krankenhäusern erschwert Rettungs- und Hilfsmassnahmen erheblich.
Waffenruhe unter bestimmten Voraussetzungen
Die Waffenruhe wurde im Staatsfernsehen angekündigt, begleitet von strengen Bedingungen. Laut «Die Zeit» dürfen bewaffnete ethnische Gruppen keine Angriffe auf staatliche Sicherheitskräfte oder Militärstützpunkte durchführen.
Zudem dürfen sie sich nicht organisieren oder ihr Territorium ausdehnen. Sollten diese Bedingungen verletzt werden, behält sich die Armee das Recht vor, militärisch zu reagieren.
Reaktionen der Opposition und Hilfsorganisationen
Bereits vor der Ankündigung der Waffenruhe hatten oppositionelle Gruppen wie die Nationale Einheitsregierung (NUG) einseitige Feuerpausen erklärt. Laut «DW» wollen die Rebellen jegliche Angriffe für zwei Wochen aussetzen, um humanitäre Hilfe in den kontrollierten Gebieten zu ermöglichen.

Die NUG arbeitet mit internationalen Organisationen zusammen, um temporäre Rettungscamps und medizinische Lager einzurichten. Hilfsorganisationen kritisieren jedoch die Bedingungen der Waffenruhe.
Laut «Tagesschau» müssen Helfer in von der Junta kontrollierten Gebieten umfangreiche Genehmigungen einholen, darunter Listen von freiwilligen Helfern und Spenden. Diese bürokratischen Hürden behindern die dringend benötigte Hilfe für die Opfer des Erdbebens.
Herausforderungen trotz Waffenruhe
Trotz der Waffenruhe bleibt die Lage in Myanmar angespannt. Laut «Swissinfo» gab es Berichte über Luftangriffe der Junta auf Zivilisten in der Region Sagaing.
Diese fanden wenige Stunden nach Verkündung der Kampfpause statt.
Die UNO fordert ungehinderten Zugang für Hilfsgüter und Rettungsteams, doch die Konflikte erschweren dies weiterhin. Kardinal Charles Maung Bo, Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz von Myanmar, appellierte an alle Kriegsparteien, humanitäre Korridore zuzulassen.
Laut «Vatican News» betonte er, dass das Land jetzt mehr denn je Frieden brauche, um die multidimensionale Krise zu bewältigen.