Oppositionsaktivist Evan Mawarire in Simbabwe festgenommen
Die Regierung Simbabwes hat Aktivist und Pastor Evan Mawarire festgenommen. Er soll zu Gewalt aufgefordert haben. Dabei spricht er sich auf Twitter dagegen aus.

Das Wichtigste in Kürze
- Evan Mawarire hat im Zuge der Benzinpreis-Proteste zu einem Generalstreik aufgerufen.
- Die Regierung den Aktivisten festgenommen. Er habe zu Gewalt aufgerufen.
Nach Protesten gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung in Simbabwe ist der prominente Oppositionsaktivist Evan Mawarire festgenommen worden. Die Justiz werfe dem Pastor vor, über Twitter und andere soziale Medien zu Gewalt angestachelt zu haben, sagte seine Anwältin Beatrice Mtetwa heute Mittwoch.
Mawarire hatte unter anderem am Montag über Twitter dazu aufgerufen, sich «gewaltfrei und friedlich» an der Protestaktion der Gewerkschaften zu beteiligen. Diese hatten nach einer Verdoppelung des Benzinpreises am Wochenende zu einem Generalstreik aufgerufen.
Entering Day 2 of National STAY AWAY with Z.C.T.U & citizens. We must remain united & committed to NON-VIOLENT PEACEFUL PROTEST. We ask u 2 STAY AT HOME, no work no school. We MUST BE HEARD & things MUST CHANGE. Its our constitutional right 2 hold Govt 2 account #ShutDownZimbabwe pic.twitter.com/et1OHP00mB
— Evan Mawarire (@PastorEvanLive) January 14, 2019
In Armenvierteln der Hauptstadt Harare war es bei Protesten am Montag zu Zusammenstössen mit Sicherheitskräften gekommen. Menschenrechtlern zufolge wurden acht Menschen getötet und mehrere verletzt. Die Regierung machte die Opposition dafür verantwortlich und liess das mobile Internet abschalten, um die Organisation von Protesten zu erschweren. Mehr als 200 Menschen wurden festgenommen.
Mawarire hatte über Facebook und Twitter Proteste gegen den Präsidenten Robert Mugabe organisiert, der Ende 2017 durch einen Militärputsch gestürzt wurde. Mawarire wurde mehrfach festgenommen, zuletzt aber 2017 von den Vorwürfen der Anstachelung zum Umsturz freigesprochen.
Das Land im südlichen Afrika befindet sich in seiner schwersten Wirtschaftskrise seit einer Phase der Hyperinflation vor zehn Jahren. So erhöhte die Regierung den Preis für einen Liter Benzin von rund 1,30 US-Dollar auf 3,33 US-Dollar (etwa 3,27 Franken).