UN: Israelische Angaben zu Nahrung in Gaza sind «lächerlich»
Die UN hat eine Darstellung von Israel zu angeblich ausreichenden Lebensmittelvorräten im Gazastreifen mit ungewöhnlich scharfen Worten zurückgewiesen.

«Was die UN betrifft, ist das lächerlich. Wir sind am Ende unserer Vorräte angelangt, der Hilfsgüter, die über den humanitären Weg geliefert wurden. Das Welternährungsprogramm (WFP) schliesst seine Bäckereien nicht aus Spass», sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric in New York. Er nahm Bezug auf die vorläufige Schliessung der Backstuben, aus denen das WFP Brot für Zehntausende Bedürftige bezieht. Es gebe schlicht kein Mehl mehr und kein Gas zum Kochen, sagte Dujarric.
Der Sprecher antwortete auf eine Frage zu einer Behauptung der für Palästinenserangelegenheiten zuständigen israelischen Behörde Cogat. Diese hatte mitgeteilt, es gebe trotz der Blockade von Hilfslieferungen «noch lange genug Lebensmittel, wenn die Hamas sie den Zivilisten überlässt».
Im Krieg gegen die palästinensische Terrororganisation Hamas hatte Israel seine Angriffe im Gazastreifen vor zwei Wochen wieder aufgenommen und die Grenzübergänge geschlossen. Währenddessen verhandeln Vertreter Israels und der Hamas bei indirekten Gesprächen über eine neue Waffenruhe im Gazastreifen. Strittig ist vor allem, wie viele der von den Islamisten festgehaltenen Geiseln dabei freikommen sollen.
Auslöser des Gaza-Kriegs war der Überfall der Hamas und anderer islamistischer Extremisten auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem rund 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden. Israel antwortete unter anderem mit grossflächigen Bombardements in Gaza, die Zehntausende Menschen töteten – darunter viele Zivilisten.