Ausstellung über spektakulären Shakespeare-Raub in Grossbritannien
Ein gestohlener Shakespeare-Schatz wird in einer Ausstellung präsentiert.

«Um die Jahrtausendwende wurde eine 400 Jahre alte Werksausgabe von William Shakespeare gestohlen. Das ist nun Thema einer neuen Ausstellung in Grossbritannien.» Wie eines der wichtigsten Bücher der britischen Literatur gestohlen, wiedergefunden und restauriert wurde, kann am damaligen Tatort, der Universitätsbibliothek Durham, nachvollzogen werden. Das teilten die Organisatoren am Donnerstag mit.
Ohne die als «First Folio» bekannte Sammlung von Shakespeare-Stücken aus dem Jahr 1623 wären bekannte Shakespeare-Werke wie «Macbeth» und «Der Sturm» verloren gegangen. Die gestohlene Ausgabe ist eine von lediglich 235 erhaltenen Exemplaren. Deren Wert wird auf mehr als eine Million Pfund (1,14 Millionen Franken) geschätzt.
Die Wiederentdeckung des Klassikers
Im Jahr 1998 wurde das Buch aus der Universitätsbibliothek von Durham gestohlen – und tauchte zehn Jahre später in einer Bibliothek in der US-Hauptstadt Washington unter dubiosen Umständen wieder auf. Der Finder Raymond Scott hatte sich in der Bibliothek die Echtheit des Werks bescheinigen lassen wollen und wurde dabei von der US-Polizei verhaftet.
Scott, der zu einem Gerichtstermin als Fidel Castro verkleidet erschien und mit exzentrischen Märchengeschichten auffiel, hatte behauptet, das Buch in Kuba gefunden zu haben. Er wurde jedoch wegen Hehlerei zu acht Jahren Haft verurteilt. Er nahm sich 2012 im Gefängnis das Leben.
«Shakespeare Recovered» bis zum 2. November
Das wertvolle Buch wurde durch den Diebstahl beschädigt. Der Einband und einige Seiten fehlten. Doch durch die Schäden ergaben sich auch neue Chancen für die Forschung.
Ein Sprecher der Universitätsbibliothek erklärte, so könne «ein ikonisches Werk auf neue Weise untersucht» und mehr über «Shakespeares Welt und Vermächtnis» erfahren werden. Die Ausstellung «Shakespeare Recovered» findet bis zum 2. November in den Räumen der Universitätsbibliothek der nordenglischen Stadt Durham statt.