Germanwings: Wurden Handys von Opfern nach Absturz manipuliert?
Die Handys von Opfern des Flugzeug-Absturzes der Germanwings 2015 wurden offenbar manipuliert. Die Ermittler sollen Daten von den Geräten gelöscht haben.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach dem Germanwings-Absturz 2015 wurden die Handys der Opfer offenbar manipuliert.
- Ermittler sollen Daten von den Geräten gelöscht haben.
150 Menschen starben bei dem Absturz einer Germanwings-Maschine im März 2015. Damals hatte der Copilot das Flugzeug der Germanwings absichtlich gegen das Bergmassiv Trois Évêchés in Frankreich gesteuert.
Nun kommen schwere Vorwürfe gegen die Ermittler auf: Diese sollen die elektronischen Geräte der Opfer nachträglich manipuliert haben. Sich darauf befindende Daten sollen gelöscht worden sein. Dies berichtet die «Bild».

«Es wurde definitiv nach dem Absturz manipuliert», sagt Experte Mario Krolow gegenüber der «Bild» nach der Untersuchung eines der Handys. «Der NAND-Speicher, der als Festplatte des Handys dient, wurde entnommen.» Krolow ist ein Fachmann für elektronische Datenverarbeitung, der schon im Auftrag von deutschen Behörden, wie der Bundesdruckerei gearbeitet hat.
Ermittler sollen Geräte manipuliert haben
Nun stellt sich die Frage, wer die Handys manipuliert hat. Angenommen wird, dass es die Ermittler waren. Womöglich, um die Angehörigen zu schonen. Eine Anfrage von «Bild» blieb jedoch unbeantwortet.
Die Lufthansa, deren Tochtergesellschaft Germanwings ist, sei nicht direkt an der Aktion beteiligt gewesen, sagte der Anwalt Roland Krause. Krause vertritt deutsche und spanische Angehörige.
Das Unternehmen verweist auf den britischen Dienstleister Kenyon. Dieser habe die Geräte nach dem Absturz jedoch «lediglich mit einem trockenen Lappen gereinigt. Und in einer Plastiktüte neu verpackt und anschliessend an die Angehörigen verschickt.»