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Grosse Studie bestätigt: Ivermectin unwirksam bei Covid-19

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Deutschland,

Vor allem in der Impfgegner-Szene fand das Wurmmittel Ivermectin Gebrauch. Eine Doppelblind-Studie zeigt nun die Unwirksamkeit dieses Medikaments gegen Corona.

Vor allem in sozialen Medien geistern Erzählungen zur vermeintlichen Wunderwaffe Ivermectin gegen Covid-19 schon länger herum. Mit dem Präparat werden eigentlich Parasiten bekämpft. (Archivbild)
Vor allem in sozialen Medien geistern Erzählungen zur vermeintlichen Wunderwaffe Ivermectin gegen Covid-19 schon länger herum. Mit dem Präparat werden eigentlich Parasiten bekämpft. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/AP/TED S. WARREN

Das Wichtigste in Kürze

  • Ivermectin galt in der Impfgegner-Szene als Wundermittel gegen Corona.
  • Die im «New England Journal of Medicine» veröffentlichte Publikation widerspricht dem nun.
  • In der Studie gab es keinen Unterschied zwischen den Placebo- oder Ivermectinpatienten.

Obwohl es nicht als Arznei gegen Covid-19 zugelassen ist, galt das Wurmmittel Ivermectin vor allem unter Impfgegnern als vermeintliche Wunderwaffe. Eine grosse Studie aus Brasilien räumt damit nun auf. Dass der Arzneistoff Ivermectin nicht gegen Covid-19 hilft, hat nun eine grosse Studie aus Brasilien bestätigt.

Die im äusserst renommierten «New England Journal of Medicine» veröffentlichte Untersuchung kommt zum folgenden Schluss: Das Wurmmittel senkt das Risiko für eine erforderliche Behandlung im Krankenhaus nach einer Coronavirus-Infektion im Vergleich zum Placebo nicht.

Ivermectin wird zur Behandlung von Fadenwürmer eingesetzt

Eine Popularität erlangte Ivermectin, das beim Menschen gegen Fadenwürmer und eingesetzt werden kann, zuletzt vor allem unter Impfgegnern. Sie sahen in dem Medikament ein Wundermittel in der Pandemie. In einigen Ländern wurde zeitweise von einem Run auf Apotheken berichtet.

Angefeuert wurde der Hype von unseriösen Internetseiten, die auf vermeintlich vielversprechende Ergebnisse vor allem kleinerer Studien verwiesen. Deren Qualität und allgemeine Aussagekraft war für Experten teils fragwürdig.

Doppelblind-Studie fand zwischen dem Placebo und dem Wurmmittel keinen Unterschied

In der veröffentlichten Doppelblind-Studie wussten weder Ärzte noch die Patienten, wer das Wurmmittel und wer ein Placebo bekommen hatte. Die mehr als 3500 Teilnehmer hatten wegen ihres Alters oder wegen Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-Verlauf. 679 von ihnen erhielten Ivermectin, ebenso viele ein Scheinpräparat, die übrigen knapp 2160 Patienten wurden anders behandelt.

In der Untersuchung erwies sich Ivermectin als klinisch unwirksam. Sowohl in Bezug auf das Risiko einer Krankenhauseinweisung als auch auf die Dauer eines Klinikaufenthalts. «Kein Effekt des Medikamentes!», twitterte der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Stefan Kluge, mit Blick auf die Studie.

Der Infektionsimmunologe Leif Erik Sander von der Berliner Charité reagierte auf das Ergebnis ebenfalls auf Twitter: «Damit sollte dieses Thema mal abgehakt sein.»

Bei falscher Dosierung kann das Mittel hochtoxisch sein

Schon in der Vergangenheit kamen Meta-Analysen zu keinem eindeutigen Ergebnis über einen angeblichen Nutzen von Ivermectin. Bis heute sprechen sich die WHO, Robert Koch-Institut und Europäische Arzneimittelagentur gegen den Einsatz des Medikaments in aus. Bei falscher Dosierung kann das Mittel hochgiftig sein.

In Österreich riet sogar der Hersteller MSD (Merck Sharp & Dohme) von einer eigenmächtigen Einnahme ab: «Es gibt keine aussagekräftige Evidenz für die Anwendung von Ivermectin bei Sars-CoV-2», teilte das Unternehmen schon im November mit.

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