Marine Le Pen tritt nicht zurück
Die verurteile französische Rechtspopulistin Marine Le Pen hat sich gegenüber dem Sender TF1 geäussert. Sie zeigt sich mit dem Schuldspruch sehr unzufrieden.

Das Wichtigste in Kürze
- Marine Le Pen will sich gegen ihren Schuldspruch zur Wehr setzen.
- Dem Sender TF1 verriet sie, dass sie nicht zurücktreten werde.
Die französische Politikerin Marine Le Pen wurde wegen Veruntreuung von EU-Geldern verurteilt. In einem Interview mit dem Sender TF1 hat sie nun verkündet, nicht zurücktreten zu wollen.
Von zahlreichen Medien wird sie wie folgt zitiert: «Ich sage es Ihnen heute Abend: Ich bin nicht entmutigt – wie Sie, bin auch ich empört, wütend. Aber diese Empörung, dieses Gefühl der Ungerechtigkeit, ist ein Antrieb für den Kampf, den ich für sie (die Wähler) führe.»
Gegen das Urteil möchte sie so schnell wie möglich Berufung einlegen, teilte sie mit. Es gilt gemeinhin aber als unwahrscheinlich, dass ein Berufungsprozess zu einem schnellen Ergebnis kommen würde.
Marine Le Pen: «Ich bin unschuldig»
Sie sei «unschuldig», führte Le Pen weiter aus. Dem Richter wirft sie vor, das Urteil aus einer «politischen Entscheidung» heraus gefällt zu haben. Sie spricht von einem «fatalen Tag für unsere Demokratie und unser Land», zitiert sie BFMTV.
Weiter erklärt die Populistin, dass sie den Gerichtssaal noch vor der Urteilsverkündigung verlassen habe, da «verstand, was vor sich ging». Sie ergänzt, dass das Gericht sie «absichtlich» versuche daran zu hindern, im Jahr 2027 zu kandidieren.

Sie betont, dass es «Millionen von Menschen» vorenthalten werde, für ihren Favoriten zu stimmen. Eine Kandidatur des 29 Jahre alten Parteichefs Jordan Bradella an ihrer Seite, wies Le Pen zurück.
«Bardella ist ein Trumpf für die Partei. Ich hoffe, dass wir diesen Trumpf nicht früher ausspielen als nötig«, so die PRN-Fraktionschefin. «Ich werde alle Mittel ausschöpfen, die es gibt. Es gibt einen Weg, auch wenn er schmal ist.»
Weshalb wurde Marine Le Pen verurteilt?
Die französische Rechtspopulistin stand wegen Veruntreuung von EU-Geldern vor Gericht. Sie soll 4,4 Millionen Euro (ca. 4,1 Millionen Franken) veruntreut haben.
Vom Gericht wurde sie deshalb zu vier Jahren Haft verurteilt. Zwei davon darf sie auf Bewährung verbringen, die restlichen zwei mit Fussfessel im Hausarrest.
Für ganze fünf Jahre darf sie zudem nicht mehr in der Politik aktiv sein, hat das Gericht entschieden.