Polizei verfolgt Raser von Stuttgart bis Ludwigsburg
Mal wieder hat es die Polizei mit illegalen Autorennen zu tun. Diesmal verfolgten die Beamten Raser von Stuttgart nach Ludwigsburg.

In der Nacht zum Samstag verfolgte die deutsche Polizei laut «Stuttgarter Zeitung» zwei junge Männer. Laut Zeugenaussagen lieferten sie sich ein illegales Autorennen auf öffentlichen Strassen.
Die 19- und 20-jährigen Fahrer fuhren einen Dodge Challenger einen BMW M3. Sie fielen zunächst am Arnulf-Klett-Platz in Stuttgart durch überhöhte Geschwindigkeit auf.
Zeuge meldet Raser der Polizei
Ein aufmerksamer Zeuge beobachtete die beiden Fahrzeuge später in der Heilbronner Strasse. Hier liessen die Männer bei Rotlicht ihre Motoren aufheulen und fuhren bei Grün mit quietschenden Reifen los.

Der 32-jährige Zeuge informierte die Polizei, die die Verdächtigen schliesslich am Ortseingang Ludwigsburg auf der B27 stellte. Nach Kontrollen wurden die Männer vorläufig freigelassen, die Ermittlungen laufen.
Schon wieder Ludwigsburg
Der Vorfall erregte besondere Aufmerksamkeit. In Ludwigsburg kollidierten vor zwei Wochen zwei mutmassliche Raser mit einem Auto zweier unbeteiligter Frauen.
Der Aufprall schleuderte deren Wagen zwischen Bäume, beide Insassinnen (23 und 22) starben laut «Tagesschau» an der Unfallstelle.
Ein 32-jähriger Fahrer wurde vorläufig festgenommen, sein Führerschein beschlagnahmt. Der zweite Beteiligte flüchtete, sein schwarzer Mercedes wurde später aufgefunden.
Raser suchen Adrenalinkick
Die Zahl der Raser-Fälle stieg allein in Deutschland zwischen 2022 und 2023 um 10,3 Prozent auf 6'187 Verdachtsfälle. Bundesländer wie Bremen (+55,6 Prozent) und Schleswig-Holstein (+25 Prozent in 2024) sind besonders betroffen.
Gleichzeitig reagieren Behörden sensibler und leiten häufiger Ermittlungen ein, was die registrierten Fallzahlen zusätzlich erhöht. Täter suchen Selbstbestätigung durch das Gewinnen von «Stechen» und demonstrieren mit protzigen Autos ihre Stärke.
Die spontanen Rennen, oft an Ampeln initiiert, vermitteln laut «SWR» ein Adrenalin-Rush-Gefühl und Machtdemonstration im öffentlichen Raum. Viele Teilnehmer nehmen Gefahren billigend in Kauf, um Anerkennung in ihrer Peer-Group zu erlangen.