Forscherteam weist «Superspreader» bei Demenzerkrankungen nach
Forschende haben eine aktive Eiweissfaser-Spezies entdeckt. Diese soll neue Erkenntnisse über Demenzerkrankungen liefern.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Studie konnte sogenannte «Superspreader» im Zusammenhang mit Demenz feststellen.
- Dabei haben Forschende eine besonders aktive Spezies von Eiweissfasern beobachtet.
Forschende des ETH-Instituts Empa haben neue Erkenntnisse über die Verbreitung von Demenzerkrankungen wie Alzheimer gewonnen. Sie beobachteten eine besonders aktive Spezies von Eiweissfasern, die als «Superspreader» bezeichnet wird.
Über 250 Stunden verfolgte das Forschungsteam, wie sich an der Oberfläche der Faser potenziell toxische Moleküle bildeten.
Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin «Science Advances» publiziert. Anhäufungen von Eiweissen im Gehirn werden verdächtigt, mit der Entstehung von Demenzerkrankungen zusammenzuhängen.
Deshalb gelten sie als vielversprechendes Ziel für neue Therapieansätze. Bekannt ist bereits, dass sich falsch gefaltete Proteine zu faserartigen Strukturen verklumpen, sogenannten Fibrillen.
Faszinierende Beobachtungen und ihre Bedeutung
Die während der Studie beobachtete Subspezies der Fibrillen weise an ihren Kanten und der Oberfläche eine hohe katalytische Aktivität auf. Dies teilte die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) am Montag mit.
An der Oberfläche lagern sich neue Eiweissbausteine an, was zur Bindung von langkettigen Fibrillen führt.
Die Proteine wurden unverändert in einer Salzlösung bei Raumtemperatur analysiert, was den physiologischen Bedingungen im menschlichen Körper entspricht. Im Anschluss wurden die Analysen mit molekularen Modellrechnungen abgeglichen.