Döner-Beizer überwältigt Einbrecher – er zeigt ihn an

Nicolas Eggen
Nicolas Eggen

Delémont,

Dönerladen-Besitzer Asef Argüz (32) überwältigt in Delsberg JU einen bewaffneten Einbrecher. Jetzt hat er deshalb eine Anzeige am Hals.

Dönerladen Delsberg
Hier hat sich der Vorfall abgespielt: der Dönerladen in Delsberg JU. - Screenshot Google Streetview

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Beizer in Delsberg JU überwältigt einen bewaffneten Einbrecher.
  • Dieser hat ihn nun wegen Körperverletzung angezeigt.

Asef Argüz (32), Inhaber des Dönerladens «Istanbul Grill» in Delsberg JU, stellt einen bewaffneten Einbrecher.

Doch anstatt als Held gefeiert zu werden, sieht er sich nun mit einer Anzeige wegen Körperverletzung konfrontiert. Dies berichtet die Lokalzeitung «Le Quotidien Jurassien».

Der Vorfall ereignet sich am 2. Januar, kurz nach Mitternacht. Argüz ist im hinteren Teil seines geschlossenen Restaurants mit Freunden zusammen, als sein Überwachungssystem Alarm schlägt.

Auf seinem Handy sieht er einen Eindringling, mit Kapuze vermummt, in seinem Lieferwagen. Sofort eilt er hinaus.

Eindringling behauptet, ihm sei «kalt»

Er stellte den mutmasslichen Täter zur Rede. Dieser steigt gerade aus dem Fahrzeug – mit einem Messer bewaffnet.

Als Antwort auf seine Frage nach dem Grund für das Eindringen bekommt er ein «mir ist kalt» zu hören.

Argüz sei schon mehrmals Opfer von Einbrechern gewesen. Er zögert nicht und schreitet zur Tat: «Ich habe ihm einen Faustschlag verpasst, dann habe ich ihn festgehalten», sagt er der Zeitung.

Beizer hält den Einbrecher eine halbe Stunde fest

Der mutmassliche Dieb habe sich lautstark gewehrt. Zwei weitere Verdächtige seien gemäss dem Beizer währenddessen vom Tatort geflohen.

Argüz wirft das Messer ausser Reichweite. Im T-Shirt und in der Kälte hält der Jurassier die Person 30 Minuten lang fest. Solange dauert es nämlich, bis die Polizei eintrifft.

Wurde bei dir schon einmal eingebrochen?

Die Beamten legen dem mutmasslichen Einbrecher Handschellen an. Argüz gibt zu, den Einbrecher geschlagen zu haben: «Sein Kiefer war geschwollen, seine Lippe blutete.»

Die Polizei hat die Überwachungsaufnahmen des Restaurants angefordert – doch diese sind laut dem Beizer nicht mehr vorhanden.

Ein Polizist äusserte gegenüber der Regionalzeitung: «Wir raten der Bevölkerung grundsätzlich, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Doch wer sich handlungsfähig fühlt, kann eingreifen.»

Der Einbrecher selbst hat nun Anzeige wegen Körperverletzung gegen den Beizer erstattet.

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Kommentare

User #6447 (nicht angemeldet)

Wenn sich das Ganze vor der Beiz also auf der Strasse abgespielt hat, dann hat ja noch kein Einbruch stattgefunden und dann dürfte es schwer oder gar unmöglich sein, eine Einbruchsabsicht zu beweisen. Dann sieht das wirklich blöd für den Beizer aus. Hätte er abgewartet, bis der Einbrecher die Tür aufbricht, sähe es jetzt wohl deutlich besser für ihn aus. Hätte

Merlin

Dem Ladenbesitzer vielen Dank, Bravo.

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