Industrie im Jurabogen will nach Trump-Ankündigung Ruhe bewahren
Trumps höhere Zölle belasten die Industrie im Jurabogen zusätzlich. Dennoch mahnt Patrick Linder von der Wirtschaftskammer Grand Chasseral zur Ruhe.

Der Entscheid von US-Präsident Donald Trump, die Zölle für die Schweiz zu erhöhen, trifft die exportorientierte Industrie im Jurabogen in einer bereits angespannten Lage. «Aber man muss einen kühlen Kopf bewahren», ist Patrick Linder, Direktor der Wirtschaftskammer Grand Chasseral im Berner Jura, überzeugt.
Eine Überreaktion wäre fehl am Platz, sagte Linder gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Donnerstag. Die Schweiz verfüge über eine wettbewerbsfähige Produktion. «Man muss sich auch auf die diplomatischen Kompetenzen der Schweiz verlassen», fügte Linder an.
Zoll-Erhöhung betrifft nicht nur KMU
Die Erhöhung der Zölle für die Schweiz trifft laut Linder nicht nur die KMU, die Komponenten in die USA verkaufen. Getroffen würden auch Firmen, die Teile an Schweizer Unternehmen verkauften, diese dann wiederum exportieren.
Trumps Zoll-Entscheid sei ein schwerer Schlag betonte am Donnerstag auch Pierre-Alain Berret, Direktor der jurassischen Industrie- und Handelskammer. Die Konsequenzen seien noch schwer abschätzbar. Man habe zwar mit Einführung von Zöllen gerechnet, aber nicht in dieser Höhe, sagte Berret im Radio Fréquence Jura. Diese sei absolut ungerechtfertigt.
Die stark exportorientierte Wirtschaft im Jurabogen leidet derzeit bereits unter den stark volatilen internationalen Märkten. Biel und der Berner Jura sind wichtige Standorte für die Uhren-, Präzisions- und Maschinenindustrie.