Geldpolitik: Federal Reserve System macht Strategieschwenk
Das Federal Reserve System stellt mitten in der Corona- und Wirtschaftskrise ihre Strategie mit Hinblick auf die Geldpolitik um.
Das Wichtigste in Kürze
- Die US-Notenbank Fed stellt ihre geldpolitische Strategie um.
- Der Fokus soll künftig mehr beim Arbeitsmarkt liegen, so der Fed-Chef Jerome Powell.
Die US-Notenbank Fed stellt mitten in der Corona- und Wirtschaftskrise ihre geldpolitische Strategie um. Sie legt künftig einen stärkeren Fokus auf den Arbeitsmarkt.
Am vergangenen Donnerstag ging Fed-Chef Jerome Powell näher auf den Strategiewechsel ein. Dieser böte mehr Spielraum beim Ansteuern ihres Inflationsziels von zwei Prozent.
Demnach könnte sie die Inflationsrate für einen längeren Zeitraum über dem angepeilten Idealwert halten. Dies, wenn diese zuvor geraume Zeit darunter geblieben ist.
Ausstieg der ultralockeren Geldpolitik herausgezögert?
Dieses Modell ist im Fachjargon als «Average Inflation Targeting» bekannt. Zugleich soll aber stets das Ziel der Vollbeschäftigung an erster Stelle stehen.
Chefökonom Uwe Burkert von der LBBW ist skeptisch. Der Strategieschwenk könne dazu führen, dass ein Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik weiter auf die lange Bank geschoben wird: «Selbst wenn die US-Wirtschaft nach der Coronakrise in einen stabilen und anhaltenden Aufschwung einschwenkt», so der Experte.