SVP Aarau: Einschulungsklassen sind «unbezahlbare Errungenschaft»
Die SVP der Stadt Aarau ist alarmiert über den von der Kreisschule Aarau-Buchs verursachten Rückgang der Schülerzahlen in den Aarauer Einschulungsklassen.

Die SVP der Stadt Aarau ist alarmiert über den von der Kreisschule Aarau-Buchs (KSAB) vorsätzlich verursachten Rückgang der Schülerzahlen in den Aarauer Einschulungsklassen.
Sie befürchtet die schleichende Abschaffung dieser wertvollen Institution und fordert die Behörden auf, dieses gerade für Kinder mit besonderem Entwicklungsbedarf wichtige Angebot wieder nachfrageorientiert zu führen.
Wer zu früh eingeschult worden ist, trägt dieses «Manko» oft mit sich
Die Einschulungsklassen (EK) sind eine unbezahlbare Errungenschaft. Sie erlauben es Kindern, welche noch nicht die notwendige Reife aufweisen, die erste Klasse in zwei Jahren zu absolvieren.
Die allermeisten von ihnen durchlaufen danach eine unaufgeregte schulische Karriere, die sich nicht mehr unterscheiden lässt von jener anderer Kinder, welche keine EK besucht haben. Auch Lehrer äussern sich durchwegs positiv über diese Möglichkeit.
Denn wer zu früh eingeschult worden ist, der trägt dieses «Manko» oft bis in die höheren Klassen mit sich. Durch den Besuch einer Einschulungsklasse lassen sich solche Leidensgeschichten vermeiden.
Erfolgreiche Aufsichtsbeschwerde vonseiten der SVP
Der ideologiegetriebenen, auf reine integrative Konzepte versessenen KSAB waren indes die EK von Anfang an ein Dorn im Auge. Schon wenige Jahre nach der Gründung wollte sie diese EK stillschweigend entsorgen.
Nur dank der Intervention der SVP-Kreisschulrätin Nicole Burger konnte dies verhindert werden. Sie hatte erkannt, dass in den Satzungen der KSAB die Führung der EK verpflichtend festgelegt war, und reichte eine erfolgreiche Aufsichtsbeschwerde ein.
Die Gemeindeaufsicht verpflichtete in der Folge die KSAB, die EK wieder einzuführen. Aus Lehrerkreisen hört man, dass diese EK seither wieder ein Erfolgsmodell seien. Sie werden gut geführt, die zuständigen Lehrpersonen seien motiviert und auch hoch kompetent, und die Kinder werden entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse gefördert.
SVP-Anfrage vom September 2024 bis heute unbeantwortet
Unverständlich ist, weshalb auf dem Gebiet der Stadt Aarau nur eine einzige Einschulungsklasse geführt wird. Die viel kleinere Gemeinde Buchs führt derer zwei hat, also doppelt so viele. Es ist unwahrscheinlich, dass ein Durchschnittskind in Buchs weniger reif ist als ein solches in Aarau.
Nicht unerwartet trat dann auf das Schuljahr 2024/2025 die Situation ein, dass sich in der Stadt Aarau viel mehr Kinder für die EK angemeldet hatten als Plätze zu vergeben waren. Statt eine zweite Einschulungsklasse in Erwägung zu ziehen, soll die KSAB die meisten Kinder abgewiesen und in den Regelklassen eingeschult haben.
Warum die KSAB so gehandelt hat – entgegen dem klaren Auftrag der Satzungen und trotz mutmasslich reiflich überlegter Empfehlungen der Kindergartenlehrpersonen – ist bis heute nicht nachvollziehbar.
Eine Schulpolitik zum Wohl der Kinder sieht jedenfalls mit Sicherheit anders aus. Die SVP wollte es genauer wissen und reichte am 27. September 2024 eine Anfrage ein. Diese Anfrage ist, wie viele andere, bis heute unbeantwortet.
SVP steht überzeugt hinter den EK
Auf das Schuljahr 2025/2026 soll nun eine gänzlich neue Situation eingetreten sein. Während die EK in Buchs nach wie vor gut belegt seien, bestehe keine einzige Anmeldung für die EK auf dem Gebiet der Stadt Aarau.
Dies soll noch vor wenigen Wochen anders ausgesehen haben: Ursprünglich hätten im kommenden Schuljahr über 20 Aarauer Kinder die EK besuchen sollen.
Offenbar wurden danach seitens der Gesamtschulleitung Kriterien herausgegeben, welche Anwärter für die EK erfüllen müssen – woraufhin alle Anmeldungen zurückgezogen worden seien. Die genaueren Umstände sind unbekannt.
Die SVP steht mit Überzeugung hinter den Einschulungsklassen und anerkennt ihren Wert. Sie fordert, den Satzungen der KSAB Nachachtung zu verschaffen und die EK nachfrageorientiert zu führen.
Drohung: «Ohne angemeldete Kinder braucht es auch keine EK»
Die Geschehnisse der letzten Wochen und Monate bekräftigen den Verdacht, dass die KSAB die EK gezielt in der Bedeutungslosigkeit verschwinden lassen will. Ohne angemeldete Kinder muss auch keine EK geführt werden.
Diese Drohung steht für das Schuljahr 2026/2027, zumindest für die Aarauer EK, bereits im Raum. Schon auf das kommende Schuljahr hin wurden anscheinend die Ressourcen gekürzt.
Es ist Zeit, dass dieser ideologiegetriebenen Politik zu Lasten der Kinder ein Ende gesetzt wird.
SVP verlangt umgehende Beantwortung zweier offener Anfragen
Die SVP will daher in einer Anfrage an den Schulvorstand wissen: Warum wird der Ermessensspielraum von erfahrenen Kindergartenlehrpersonen derart eingeschränkt, dass faktisch keine Anmeldungen mehr möglich sind für die EK? Wie lässt sich die schleichende Abschaffung der EK mit dem Kindeswohl vereinbaren? Warum betreibt der Schulvorstand ideologiegetriebene Politik zu Lasten der Schulkinder?
Die SVP erwartet eine umgehende Beantwortung ihrer Anfragen vom 27. September 2024 wie auch jener vom 2. April 2025. Das Volk hat das Recht, zu erfahren, wie mit den Einschulungsklassen umgegangen wird. Immerhin beruht die Pflicht zur Führung von EK, festgelegt in den Satzungen, auf einem Volksentscheid.
Ein gutes Bildungsangebot, das unsere Kinder ihren Bedürfnissen entsprechend optimal fördert, ist nicht zu verwechseln mit dem Ziel der KSAB, alle Kinder in das gleiche Schema zu pressen. Diese Gleichmacherei schadet nicht nur unseren Kindern, sondern sie schadet langfristig eben auch unserer Gesellschaft.