Julie Delpy bringt mit «Les Barbares» die Bretagne ins Kino
Julie Delpys Film «Les Barbares» thematisiert Vorurteile und Integration in einer bretonischen Dorfgemeinschaft. Eine humorvolle, aber nachdenkliche Komödie.

Julie Delpy, bekannt für ihre Vielseitigkeit als Schauspielerin und Regisseurin, präsentiert mit «Les Barbares» eine Culture-Clash-Komödie. Diese greift aktuelle gesellschaftliche Themen auf.
Der Film feierte seine Premiere bereits 2024 beim «Festival du film francophone d’Angoulême». Seit dem 27. März 2025 ist er in den Kinos zu sehen.
Darum geht es in Julie Delplys «Les Barbares»
Die Handlung spielt in Paimpont, einem kleinen Dorf in der Bretagne. Die Dorfbewohner beschliessen, ukrainische Flüchtlinge aufzunehmen, doch stattdessen treffen syrische Migranten ein.

DieFamilie Fayad widerlegt alle Klischees: Sie sind gebildet und freundlich, was die Dorfgemeinschaft vor Herausforderungen stellt.
Der Film zeigt eindrücklich die Anstrengungen der Familie, in Frankreich Fuss zu fassen – trotz bürokratischer Hürden und kultureller Differenzen. Die Frage, wer die «Barbaren» wirklich sind, zieht sich als zentrales Thema durch den Film.
Eine vielschichtige Inszenierung
Wie «SRF» berichtet, nutzt Delpy Humor, um Vorurteile und Missverständnisse zu beleuchten. Die Komödie zeigt, wie sich die Dorfbewohner zwischen Gastfreundschaft und Ablehnung bewegen und dabei ihre eigenen Werte hinterfragen.
Julie Delpy führte nicht nur Regie, sondern schrieb auch am Drehbuch mit und übernahm eine Rolle im Film. Sie spielt Joëlle Lesourd, eine Lehrerin im Dorf.
Die Besetzung umfasst unter anderem Sandrine Kiberlain und Laurent Lafitte. Gedreht wurde in der Bretagne, wo Delpy familiäre Wurzeln hat.
Zwischen Lachen und Nachdenken
Kritiker loben den Film für seinen differenzierten Ansatz. «SRF» hebt hervor, dass Delpy ernste Themen wie Integration und Rassismus aufarbeitet.

Der Film erinnert an französische Komödien wie «Bienvenue chez les Ch’tis», bleibt jedoch eigenständig durch seinen gesellschaftskritischen Fokus.
Laut «Tages-Anzeiger» gelingt es «Les Barbares», die Balance zwischen Leichtigkeit und Tiefgang zu halten. Dennoch gibt es Stimmen, die bemängeln, dass der Humor in der zweiten Hälfte des Films nachlasse.
Julie Delply – eine vielseitige Frau
Julie Delpy begann ihre Karriere mit einer Rolle in Jean-Luc Godards «Détective» (1985). Bekannt wurde sie durch ihre Hauptrollen in Filmen wie «Before Sunrise» (1995), «Drei Farben: Weiss» (1994) und «Hitlerjunge Salomon» (1990).
Als Regisseurin feierte sie Erfolge mit «2 Tage Paris» (2007) und dessen Fortsetzung «2 Tage New York» (2012). Neben ihrer Filmkarriere veröffentlichte Delpy 2003 ein Album mit Chansons und erhielt zahlreiche Auszeichnungen.
Sie lebt seit 1992 in Los Angeles, ist Mutter eines Sohnes und bleibt eine prägende Figur des internationalen Kinos.