Fast ein Fünftel der Bevölkerung hat keine Meinung zu EU-Verträgen
Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, ist die Schweizer Bevölkerung über die neuen Verträge mit der EU geteilter Meinung.

Das Wichtigste in Kürze
- Rund 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung hat keine Meinung zu den EU-Verträgen.
- Zudem befürwortet eine grosse Mehrheit laut Umfrage gute Beziehungen zur EU.
- Gleichzeitig wird die Entwicklung in der EU kritisch angesehen.
Das neue Vertragspaket mit der EU wird laut einer Umfrage von 47 Prozent der Bevölkerung unterstützt. 35 Prozent sprechen sich dagegen aus und 18 Prozent sind unentschlossen. Eine grosse Mehrheit befürwortet gute Beziehungen zur EU, gleichzeitig sieht sie die Entwicklung in der EU kritisch.
Die Umfrage wurde vom Institut Leewas durchgeführt und setzt den Fokus auf die am 20. Dezember 2024 abgeschlossenen Verhandlungen über ein neues Vertragspaket zwischen der Schweiz und der EU. Die Tamedia-Zeitungen und «20 Minuten» berichteten am Mittwoch zuerst über die Resultate der Umfrage. Der Auswertungsbericht lag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor.
Die Meinungsbildung in der Bevölkerung ist zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht weit fortgeschritten, wie es im Bericht hiess. Darauf deute unter anderem der relativ hohe Anteil an Stimmenden hin: die «eher für» (30 Prozent) oder «eher gegen» (17 Prozent) die neuen Verträge seien.
Polarisierte Partei-Ansichten
Wählende der GLP (76 Prozent) und der SP (70 Prozent) sprachen sich laut Umfrage klar für die neuen Verträge aus. Bei der Anhängerschaft der Mitte (59 Prozent) und der FDP (56 Prozent) fand die Vorlage auch eine Mehrheit. Bei den Grünen sprachen sich 50 Prozent dafür aus, wobei 39 Prozent keine Angaben machten. Einzig die Anhängerschaft der SVP (75 Prozent) sprach sich klar gegen die Verträge aus.
Im Allgemeinen stuften 80 Prozent der Bevölkerung gute Beziehungen zur EU als «wichtig» oder «eher wichtig» ein. Dies war weiter dem Bericht zu entnehmen.
Allerdings sei eine Mehrheit (69 Prozent) der Meinung: Die EU habe sich in den letzten 20 Jahren in die falsche Richtung entwickelt. Zum Vergleich, gefragt nach der Schweiz, liege dieser Wert bei 41 Prozent.
An der Umfrage nahmen 1670 Personen aus den verschiedenen Sprachregionen der Schweiz teil. Der Fehlerbereich lag bei 3,5 Prozent.
Die Befragung fand zwischen dem 3. und dem 16. März 2025 statt.