Frankreich befürchtet Militärkonflikt wegen Irans Atomprogramm
Frankreich hat vor militärischer Konfrontation gewarnt, sollte kein neues Atomabkommen mit dem Iran erreicht werden.

Jean-Noël Barrot, Frankreichs Aussenminister, äusserte seine Befürchtungen bezüglich einer möglichen militärischen Konfrontation im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen um ein neues Atomabkommen mit Teheran.
Der Iran treibe sein Atomprogramm ungeachtet zahlreicher Rückschläge in seinem Einflussbereich weiter in beispiellose Höhe, sagte Barrot in Paris. «Unser Bestreben ist unverändert, dass der Iran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen darf».
«Unsere Priorität ist es, ein Abkommen zu erreichen, das das iranische Atomprogramm dauerhaft und überprüfbar einschränkt», führte er weiter aus. Das Zeitfenster für solche Verhandlungen sei jedoch eng bemessen. Es blieben nur noch wenige Monate bis zum Auslaufen des 2015 geschlossenen Abkommens.
Iran reichert Uran an
In diesem hatte sich der Iran verpflichtet, sein Nuklearprogramm stark einzuschränken. Sollten die Gespräche scheitern, wäre eine militärische Konfrontation fast unvermeidlich – mit potenziell katastrophalen Folgen für die Region: «Das hätte den sehr hohen Preis, die Region sehr hart zu destabilisieren».
US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich mit massiven Bombardierungen gedroht, sollte Teheran einem Abkommen zur Begrenzung seines Atomprogramms nicht zustimmen. Der Iran konterte diese Drohungen und behauptete, sie könnten erst recht zum Schutz des Landes Bestrebungen nach Atomwaffen fördern.
Derzeit reichert der Iran Uran bis zu einem Reinheitsgrad von 60 Prozent an. Für die Herstellung von Atomwaffen werden Experten zufolge jedoch mehr als 90 Prozent benötigt.