SPD: Vorsitzende Esken erhält Rückendeckung von Walter-Borjans
Saskia Esken, Vorsitzende der SPD, ist harscher parteiinterner Kritik ausgesetzt. Ex-Parteichef Walter-Borjans stellt sich hinter sie und warnt vor Intrigen.

Die parteiinternen Angriffe auf Saskia Esken reissen auch nach der Bundestagswahl nicht ab. Besonders ihre Rolle bei den schlechten Wahlergebnissen wird stark kritisiert, wie «Tagesschau» berichtet.
Norbert Walter-Borjans ist ehemaliger SPD-Chef und einstiger Mitvorsitzender mit Esken. Gegenüber der «Rheinischen Post» warnte er vor verdeckten Intrigen gegen sie und dem Schaden, der der Partei drohe.
Saskia Esken wird von einigen als Symbol für den Niedergang der SPD gesehen. Ihre Kritiker fordern eine personelle Erneuerung und werfen ihr vor, wie «Pattex» am Parteivorsitz zu kleben, so «T-Online».
Prominente Kritiker gegen Esken
Die Liste der Kritiker reicht von Oberbürgermeistern bis hin zu ehemaligen Bundestagsabgeordneten, wie der SWR meldet.
Wenn man für die Besetzung eines Kabinettspostens die Wahl hat zwischen Saskia Esken und jemand anderem, dann nimmt man: jemand anderen. Sehen eigentlich alle so. Außer Saskia Esken. pic.twitter.com/GzK4JVlZ4C
— Lena Berger (@lena4berger) March 24, 2025
So plädieren unter anderem die prominenten SPD-Schwergewichte Franziska Giffey und Dietmar Woidke für einen Neubeginn an der Parteispitze. Sie sähen in Eskens Führungsstil keine Zukunft für die Sozialdemokraten, wie die «Tagesschau» berichtet.
Auch Gerhard Gaiser aus Eskens Wahlkreis Calw-Freudenstadt fordert ihren Rücktritt und kritisiert ihre Führungsweise scharf. Gleichzeitig mahnt Calws Oberbürgermeister Florian Kling, die Diskussion differenziert zu betrachten, so der SWR.
Walter-Borjans warnt SPD vor «Meuchel-Lust»
Walter-Borjans hingegen hebt hervor, dass Esken zur Geschlossenheit der Partei beigetragen habe. Gleichzeitig räumt er gegenüber der «Rheinischen Post» ein, dass sie von der breiten Öffentlichkeit nicht geschätzt werde.

Walter-Borjans warnt vor einer destruktiven „Meuchel-Lust“ innerhalb der Partei und fordert eine sachliche Diskussion über Eskens Zukunft. Er sehe in Intrigen eine Gefahr für die Stabilität der SPD.
Esken wird jedoch unter anderem auch von der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen unterstützt. Diese betone ihre Verdienste um die Partei und ihre Standhaftigkeit trotz des Drucks, so «T-Online».
Wackeliger Posten: Vorsitzende der SPD
Seit 2015 hat die SPD mehrere Vorsitzende erlebt: Sigmar Gabriel führte die Partei bis 2017 und wurde von Martin Schulz abgelöst. Schulz trat nach dem enttäuschenden Wahlergebnis 2018 zurück.
Andrea Nahles übernahm im Anschluss und blieb bis 2019 im Amt. Nach ihrem Rücktritt folgte das Duo Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken, das die Partei bis 2021 leitete.
Seitdem führt Lars Klingbeil zusammen mit Saskia Esken die SPD. Ihre Amtszeit ist geprägt von internen Konflikten und strategischen Herausforderungen.