Vorsorge: Lebensversicherung leicht erklärt
Von einer Lebensversicherung profitieren meist die Hinterbliebenen, sie kann aber auch als Teil der Vorsorge für das Alter genutzt werden.
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Das Wichtigste in Kürze
- Lebensversicherungen sichern Tod, Invalidität oder die Altersvorsorge ab.
- Im Normalfall werden sie erst beim Tod der versicherten Person ausbezahlt.
Die moderne Variante der Lebensversicherung entstand im England des 17. Jahrhunderts. Der Mathematiker Edmond Halley entwickelte eine Formel, die Alter und Beiträge der Einzahlenden miteinander verband.
Die Entwicklung der Lebensversicherung
In früheren Zeiten ohne soziale Absicherung war die Lebensversicherung doppelt wichtig. Konnte ein Mann seinen Beruf aufgrund von Invalidität nicht mehr ausüben, erhielt er so eine nicht geringe finanzielle Summe.
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Da Frauen in der Regel nicht berufstätig waren, verloren sie ihr Einkommen, wenn der Mann verstarb. In diesem Fall war die Lebensversicherung des Mannes ihr Rettungsanker.
Die zwei Arten der Lebensversicherung
Die einfache Variante der Lebensversicherung ist die Risikolebensversicherung: Jeden Monat wird eine Prämie wie in einen Spartopf eingezahlt. Tritt das Risiko ein (Todesfall oder Invalidität), wird die vereinbarte Summe ausgezahlt.
Dabei sind Mindestlaufzeiten zu beachten, wie auch auf der Webseite des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV nachzulesen ist. Es ist nicht möglich, zwei Jahre lang 5000 Franken jährlich einzuzahlen. Nur um dann bei einer Arbeitsunfähigkeit 100'000 Franken ausgezahlt zu bekommen.
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Bei der Kapitallebensversicherung wird mit der angesparten Summe zusätzliches Kapital aufgebaut. Die Auszahlung erfolgt entweder im Leistungsfall oder im sogenannten Erlebensfall zu einem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt.
In dieser Form ist die Lebensversicherung Teil der Vorsorge für das Alter.
Die Lebensversicherung als dritte Säule der Vorsorge
Als dritte Säule der Vorsorge gibt es bei der Lebensversicherung die Varianten 3a und 3b. Bei der gebundenen Vorsorge (3a) laufen die Einzahlungen bis zur Pensionierung, ehe die Auszahlung fällig wird. Wurde eine Kapitallebensversicherung gewählt, kann dann die Auszahlung beantragt werden.
Eine frühere Auszahlung ist nur in bestimmten Fällen möglich. Zum Beispiel, wenn damit der Altersruhesitz finanziert werden soll oder bei einer Auswanderung aus der Schweiz.
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In der freien Vorsorge (3b) besteht weit grössere Flexibilität, dafür sind die monatlichen Einzahlungen nicht steuerlich absetzbar. Auch hier besteht die Wahlmöglichkeit zwischen Risikolebensversicherung und kapitalbildender Lebensversicherung.
Die Höhe der Auszahlung hängt individuell von den vereinbarten Konditionen ab.
In günstigen Fällen (zum Beispiel durch die gute Entwicklung am Aktienmarkt) kann die Versicherung Überschüsse erzielen. Wurde dies so vereinbart, werden die Überschüsse zusätzlich zur eigentlichen Auszahlungssumme ausgezahlt.
So werden die Prämien für die Lebensversicherung kalkuliert
Je früher eine Lebensversicherung zur Vorsorge abgeschlossen wird, umso besser. Da die Versicherung von einer weit längeren Einzahlungsphase ausgehen kann, zahlen junge Menschen niedrigere Prämien als ältere Menschen.
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Dazu kommen weitere Faktoren. So zahlen Männer in der Regel höhere Prämien als Frauen, da bei ihnen ein früheres Ableben statistisch gesehen wahrscheinlicher ist. Auch Lebensstilfaktoren wie das Rauchen beeinflussen die Prämien.
Es lohnt sich also auf jeden Fall, vor dem Abschluss einer Lebensversicherung die Angebote verschiedener Gesellschaften zu prüfen.