Ein Poster an der Wohnungstür, Klebepunkte auf dem Wasserhahn: Schon mit kleinen Veränderungen kann eine Wohnung für jemanden, der Demenz hat, sicherer werden.
Kleine Massnahmen und einfache Hilfsmittel können das Unfallrisiko für Demenzkranke in den eigenen vier Wänden erheblich reduzieren.
Kleine Massnahmen und einfache Hilfsmittel können das Unfallrisiko für Demenzkranke in den eigenen vier Wänden erheblich reduzieren. (Symbolbild) - Heiko Wolfraum/dpa/dpa-tmn

Orientierungssinn und Gedächtnis lassen immer mehr nach. Passiert das im Zuge einer Demenz, drohen auch in den eigenen vier Wänden immer mehr Gefahren. Pflegende Angehörige fragen sich da: Was können wir tun?

Die gute Nachricht: Um das Unfallrisiko zu verringern, reichen oft schon wenige Handgriffe – und Material, das nur wenige Euro kostet. Zum Beispiel Klebeband, das in einer auffälligen Farbe leuchtet. Treppen werden nämlich sicherer, wenn man die einzelnen Stufen damit markiert, rät die Alzheimer Forschung Initiative (AFI).

Das senkt die Sturzgefahr. Auch Stolperfallen wie hohe Teppichkanten oder Kabel, die auf dem Boden liegen, lassen sich oft in wenigen Minuten beseitigen. Hier kommen Tipps für weitere Bereiche der Wohnung:

Das Badezimmer

Müssen etwa Warm- und Kaltwasser separat aufgedreht werden, drohen Verbrühungen, wenn die demenzkranke Person den falschen Hahn erwischt. Daher ist es sinnvoll, am Wasserhahn gut sichtbare Markierungen anzubringen. Das können grössere Klebepunkte sein: Rot steht für heiss, Blau für kalt.

Auf nassem Untergrund drohen schnell Stürze. Ist der Boden von Dusche oder Badewanne mit Gummimatten ausgelegt oder mit Anti-Rutsch-Streifen beklebt, bringt das mehr Sicherheit, so die AFI. Ebenso: ein Duschhocker und Haltegriffe.

Dabei handelt es sich übrigens um sogenannte Pflegehilfsmittel. Liegt ein Pflegegrad vor, übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung die Kosten dafür.

Die Küche

Der Filterkaffee ist längst durchgelaufen und getrunken, doch die Maschine ist immer noch eingeschaltet. So kann ein Brand entstehen. Elektrogeräte wie Kaffeemaschine, Wasserkocher oder Bügeleisen sollten daher eine Abschaltautomatik haben.

Auch wenn der Gesetzgeber in Küchen in aller Regel keinen Rauchmelder vorschreibt: Bei Personen mit Demenz kann er dort durchaus sinnvoll sein, rät die AFI.

Ein weiterer kleiner Trick kann die Gefahr von Verbrennungen und Verbrühungen beim Kochen reduzieren. Der Griff von Topf oder Pfanne sollte stets zur Rückseite des Herdes zeigen, dafür sollten pflegende Angehörige sensibilisieren. So kann man beim Vorbeigehen nicht daran hängenbleiben, sodass die Kochutensilien – samt heissem Inhalt – herunterfallen.

Die Wohnungstür

Viele Menschen mit einer Demenz haben eine sogenannte Hinlauftendenz. Verlassen also das Haus. Für Aussenstehende wirken diese Ausflüge ziellos, die betroffenen Personen selbst sind aber der Überzeugung, draussen etwas Wichtiges erledigen zu müssen.

Oft finden sie nicht mehr alleine zurück. Der AFI zufolge lässt sich der Hinlauftendenz entgegenwirken, wenn die Wohnungstür getarnt ist. Dafür eignet sich etwa ein Poster, das ein Bücherregal zeigt, oder auch ein Vorhang vor der Tür.

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