Dänemarks Ministerpräsidentin auf Grönland gelandet
Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen besucht Grönland, um den Zusammenhalt zu stärken und US-Interessen abzuwehren.

Nur fünf Tage nach dem amerikanischen Vizepräsidenten J.D. Vance ist die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ebenfalls zu einem Besuch auf Grönland eingetroffen. Die Sozialdemokratin landete am Nachmittag auf dem internationalen Flughafen der Hauptstadt Nuuk, wo sie und ihr Mann Bo Tengberg vom scheidenden Regierungschef Múte B. Egede und dessen Frau begrüsst wurden.
Das zeigten Aufnahmen der dänischen Sender DR und TV 2. Ziel ihrer dreitägigen Reise ist es, angesichts des immensen Drucks durch die USA den Zusammenhalt innerhalb der sogenannten dänischen Reichsgemeinschaft zu stärken. Grönland ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark.
Frederiksens Balanceakt zwischen USA und Selbstbestimmung
US-Präsident Donald Trump hat in den vergangenen Monaten immer wieder betont, die Kontrolle über Grönland übernehmen zu wollen. Von grönländischer und dänischer Seite sind diese Besitzansprüche klar zurückgewiesen worden.
Frederiksen muss dabei einen Mittelweg finden, um zum einen dem wichtigen Handelspartner USA nicht vor den Kopf zu stossen. Zum anderen aber auch Grönlands Recht auf Selbstbestimmung zu betonen und die Reichsgemeinschaft zusammenzuhalten.
Kritische Stimmen zu Frederiksens Reise
Während Vance am vergangenen Freitag bloss für einige Stunden einen US-Militärstützpunkt im abgeschiedenen Norden von Grönland besucht hatte, will Frederiksen bis Freitag bleiben und Gespräche mit führenden grönländischen Politikern führen. Noch am Abend will sie nach DR-Angaben in Nuuk mit Egede und dem künftigen Regierungschef Jens-Frederik Nielsen zusammentreffen.
Wie angespannt die Lage ist, zeigte sich in dieser Woche auch an Kritik zu Frederiksens Reise. Weil die bereits verkündete Regierungskoalition von Nielsen noch nicht offiziell im Amt ist, hielten die Parteispitzen zweier Koalitionsparteien den Besuch für verfrüht. Nielsen beteuerte dagegen, sich auf Frederiksen zu freuen.