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Gericht hebt Rauswurf von Frankreichs Républicains-Chef Ciotti auf

Keystone-SDA
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Frankreich,

Die französischen Républicains haben ihren Chef Éric Ciotti rausgeworfen, ein Gericht hat ihn wieder eingesetzt.

Eric Ciotti
Eric Ciotti soll von der republikanischen Partei ausgeschlossen werden. - AFP

Ein Gericht in Paris hat den Rauswurf des Chefs der konservativen französischen Partei Les Républicains, Éric Ciotti, vorläufig aufgehoben. In einem Eilentscheid deklarierte das Gericht den am Mittwoch vom Parteivorstand erklärten und am Freitag erneuerten Rauswurf von Ciotti für zunächst ungültig, wie die Zeitung «Le Monde» berichtete. Binnen acht Tagen müsse Ciotti in der Streitfrage ein Hauptsacheverfahren anstrengen, so lange bleibe er Chef der bürgerlich-konservativen Partei.

Das Gerichtsverfahren war ein weiterer Schritt in einem beispiellosen Streit, der die Partei des einstigen Präsidenten Nicolas Sarkozy gut zwei Wochen vor der kurzfristigen Parlamentswahl vor eine Zerreissprobe stellt.

Ciotti hatte unabgesprochen eine Kooperation mit dem rechtsnationalen Rassemblement National (RN) angekündigt und damit eine Protestwelle in seiner Partei und den Rauswurf ausgelöst. Dennoch kam Ciotti danach in die Parteizentrale, ergriff juristische Schritte gegen den Rauswurf und traf sich mit RN-Chef Jordan Bardella zum Essen.

Werden Républicains mit Le Pen kooperieren

Ein Bündnis der Partei der bürgerlichen Rechten mit der Partei um Marine Le Pen wäre ein Bruch mit der Position, eine Brandmauer gegen die extreme Rechte aufrechtzuerhalten. Der parteiinterne Streit geht nun ausser um die Zukunft Ciottis darum, ob die einstige Volkspartei und die Rechtsnationalen bei der Kandidatenaufstellung in den Wahlkreisen kooperieren, oder ob die Républicains eigenständig auftreten, so wie der gemässigte Flügel der Partei es will. Bis zur Aufstellung der Kandidaten bleibt nicht mehr viel Zeit. Spätestens bis Sonntagabend müssen die Parteien ihre Kandidaten benannt haben.

Präsident Emmanuel Macron hatte als Reaktion auf die Niederlage seiner liberalen Kräfte bei der Europawahl und den haushohen Sieg der Rechtsnationalen überraschend die Nationalversammlung aufgelöst und Neuwahlen für den 30. Juni und den 7. Juli angekündigt.

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