Wegen Klimawandel – in Südeuropa hat Wüsten-Bildung schon begonnen
Durch den Klimawandel erlebt unser Planet eine drastische Veränderung. Durch die Umverteilung des Wassers beginnt in Südeuropa bereits die Wüsten-Bildung.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Klimawandel verändert unseren Planeten drastisch.
- Eine Studie zeigt, dass das Wasser nicht nur in bestimmten Regionen verschwindet.
- Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler warnen vor den Folgen der Klimaerwärmung.
Unser Planet erlebt durch den Klimawandel eine drastische Veränderung. Seit dem Beginn des neuen Jahrtausends findet eine massive Umverteilung von Wasser statt. So massiv, dass sie unseren gesamten Planeten ins Wanken bringt, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.
Eine Studie im renommierten Wissenschaftsjournal «Science» zeigt auf, dass das Wasser nicht nur in bestimmten Regionen wie dem Mittelmeerraum verschwindet. Es ist ein globales Phänomen.
Klimawandel führt zu Anstieg des Meeresspiegels
Moderne Satellitentechnik und Messbojen in den Ozeanen haben gezeigt: Der jährliche Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel ist grösser, als ursprünglich berechnet wurde.
Ein Teil dieses Anstiegs geht auf das Konto der schmelzenden Gebirgsgletscher und Eiskappen. Ein anderer Teil geht auf die thermale Ausdehnung der Ozeane. Doch es fehlte noch eine Komponente in dieser Rechnung.
«Das ist ein signifikantes Wasservolumen», stellte der südkoreanische Geophysiker Ki-Weon Seo von der Nationaluniversität Seoul fest.
Er begann zu untersuchen, ob andere potenzielle Quellen für den zusätzlichen Anstieg verantwortlich sein könnten. Beispielsweise Grundwasser, Bodenfeuchtigkeit, Seen und Flüsse oder in Vegetation gespeichertes Wasser.
Nach der Analyse von Messdaten in Kombination mit Wettervorhersage-Modellen fand Seo heraus: Die Wasservorräte auf den Landmassen nahmen nicht zu. Im Gegenteil: Der Verlust entsprach fast genau dem gesuchten Volumen.
Diese Entdeckung war so überraschend, dass Seo zunächst dachte, es könnte sich um eine natürliche Schwankung handeln.
In Südeuropa hat die Wüsten-Bildung begonnen
Aber weitere Untersuchungen zeigten einen klaren Trend: Zwischen 1979 und 2016 stieg der Meeresspiegel allein durch den Verlust von Bodenfeuchtigkeit um mehr als einen Zentimeter an. Das entspricht fast vier Billionen Tonnen Wasser – das Hundertfache des Volumens des Bodensees.
Andere Studien bestätigen diesen Austrocknungstrend durch den Klimawandel auf den Kontinenten. «Das Signal ist damit deutlicher als bislang gedacht», sagt Sonia Seneviratne, Klimaforscherin an der ETH Zürich, zum «Tages-Anzeiger».
Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind bereits sichtbar: In Südeuropa hat die Wüsten-Bildung begonnen.
Luis Samaniego vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig warnt: «Schon in wenigen Jahrzehnten könnte es in Spanien Regionen geben, die schwierig zu bewohnen und zu bewirtschaften sind.»
Seneviratne drückt es noch drastischer aus: «In einer zwei Grad wärmeren Welt gegenüber der vorindustriellen Zeit werden in Südeuropa die meisten Ökosysteme nicht mehr überleben.»