Dank Tempo 30: Keine Verkehrsopfer mehr in Bologna

Belinda Schwenter
Belinda Schwenter

Italien,

Auf den Strassen in Bologna (I) gilt seit einem Jahr Tempo 30. In diesem Jahr ist kein einziger Fussgänger bei einem Unfall gestorben.

Tempo 30
In Bologna (I) wird seit einem Jahr mit Tempo 30 durch die Stadt gefahren. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit einem Jahr gilt in der Stadt Bologna (I) nun das Tempolimit 30.
  • Marco Pollastri vom Observatorium für Verkehrssicherheit zieht eine positive Bilanz.
  • In diesem Jahr sei kein einziger Fussgänger bei einem Unfall getötet worden.

In Bologna (I) hat sich das Leben auf den Strassen seit der Einführung des Tempolimits von 30 km/h stark verändert.

Nach einem Jahr Tempo 30 zieht Marco Pollastri, Präsident des Observatoriums für Verkehrssicherheit, eine positive Bilanz: In diesem ersten Jahr sei kein einziger Fussgänger bei einem Unfall getötet worden.

Zum Vergleich: Im Vorjahr etwa starben noch 21 Menschen bei Verkehrsunfällen, darunter sechs Fussgänger.

Mehr Menschen nutze den öffentlichen Verkehr oder das Fahrrad

Auch die Zahl der Schwerverletzten sei gesunken: «Daher können wir aus Sicht der Verkehrssicherheit mit einiger Überzeugung sagen: Diese Massnahme hat zu einem Rückgang der Todesfälle und Verletzten geführt», sagt Pollastri.

Zudem habe sich die Luftqualität verbessert und deutlich mehr Menschen würden die öffentlichen Verkehrsmittel oder Velos statt Autos nutzen.

Sara Poluzzi, eine engagierte Radfahrerin aus Bologna, hat diese Änderung mit einer Petition unterstützt und begrüsst sie sehr. Sie erinnert sich an die Zeiten vor dem Tempolimit als gefährlich und lebensbedrohlich für Velofahrer und Fussgänger.

Die Stadt hat ihre Infrastruktur angepasst. Wo früher Autos zwei Spuren hatten, gibt es heute nur noch eine und einen Fahrrad-Highway. «Diese Strasse war früher sehr gefährlich, wenn man bedenkt, dass es keinen Platz für Velos gab», sagt Poluzzi.

«Es ist ein bisschen übertrieben»

Trotz der positiven Auswirkungen sind nicht alle Bürger zufrieden. Vor allem Taxifahrer, Transportdienste und Handwerker hatten sich gegen das Tempolimit gewehrt.

Bist du für Tempo 30 in den Städten?

Taxifahrer Omar Iotti sagt: «Es ist ein bisschen übertrieben, besonders an bestimmten Punkten der Stadt.»

Nicht alle halten sich übrigens an das neue Tempolimit. Die Strafen für Verstösse sind jedoch hoch: zwischen 200 und 820 Franken mussten Schnellfahrer bezahlen.

Sara Poluzzi fordert daher mehr Kontrollen und bauliche Massnahmen zur Durchsetzung des Limits. «Diese Veränderung lässt sich gut mit physischen Barrieren steuern», argumentiert sie.

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Kommentare

User #5212 (nicht angemeldet)

in diesem jahr? das hat bisher vier monate. vergleich mit letztem jahr? 12 monate? die habens eilig.

User #2081 (nicht angemeldet)

als würde einer in Italien 30 km/h fahren😂,höchstens einzelne deutsche Touristen

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