Krawall in Bern: Richter muss FCB-Chaoten freisprechen
Die strafrechtliche Verfolgung fussballbezogener Strassengewalt ist kompliziert. Ein Berner Gericht musste drei vermutlich Beteiligte widerwillig freisprechen.
Das Wichtigste in Kürze
- Vor einem Fussballspiel in Bern kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen.
- Die Krawalle hatten Personen- und Sachschäden zur Folge.
- Ein Berner Gericht musste einige der vermeintlichen Randalierer trotzdem freisprechen.
Am 12. Februar 2022, dem späten Vorabend des Fussballspiels zwischen YB und dem FC Basel, eskalierte die Situation. Zwischen ungefähr hundert teilweise vermummten Beteiligten kam es zu einer hitzigen Auseinandersetzung in der Berner Aarbergergasse.
Die Polizei musste eingreifen, um die gewalttätigen Krawalle einzudämmen. Es kam zu Personenschäden, aber auch zu einem Sachschaden von 5500 Franken. Die Einsatzkräfte führten mehrere Festnahmen durch, darunter vier Randalierer aus jedem Lager.
Unterschiedliche Schicksale
Für die Festgenommenen ergab sich später ein unterschiedlicher Prozessverlauf. Die YB-Fans akzeptierten die ihnen auferlegten Strafbefehle wegen Landfriedensbruchs, während die Basler widersprachen und vor Gericht zogen.
Drei von ihnen waren nun diese Woche vor Gericht, wie die «Basler Zeitung» schreibt. Die Angeklagten stritten ab, überhaupt an der Stelle der Auseinandersetzung gewesen zu sein, und legten eine alternative Erzählung vor.
Laut «BaZ» hielt das Gericht die Geschichte für wenig glaubwürdig. Jedoch konnte es ihnen die Anwesenheit in der fraglichen Nacht nicht endgültig nachweisen. Somit kam es zum Freispruch.
Der Freispruch der drei FCB-Fans wirft Fragen darüber auf, wie effizient die Einzeltäterverfolgung bei Fussballchaoten ist.