Stadtpräsident von Yverdon VD wird Opfer eines Deepfakes
Auf Facebook wurde der Stadtpräsident von Yverdon VD, Pierre Dessemontet, Opfer eines sogenannten Deepfakes.
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Der Stadtpräsident von Yverdon VD, Pierre Dessemontet, ist auf Facebook Opfer eines sogenannten Deepfakes geworden. Auf einem manipulierten Video wurde sein Gesicht animiert und seine Stimme wiedergegeben. Er hat Anzeige erstattet.
Das kurze Video, das von «24 heures» und «Blick» aufgedeckt wurde, unterstellt dem Stadtpräsidenten polemische Äusserungen, die er nie gemacht hat. Der SP-Politiker selbst reagierte am Donnerstag in den sozialen Netzwerken und prangerte «eine unerträgliche Usurpation» seiner Identität an.
«In der demokratischen Debatte ist es nicht akzeptabel, das öffentliche Wort eines gewählten Vertreters, wer auch immer er sein mag, auf diese Weise zu missbrauchen», schrieb Dessemontet. Selbst wenn das Video, das während einer Stunde mehrere hundert Mal angesehen wurde, zurückgezogen worden sei, ändere dies nichts an der Schwere der Tatsachen, fügte er hinzu.
Vorfall in Yverdon während angespanntem Wahlkampf um Stadtexekutive
Der Vorfall ereignete sich inmitten eines angespannten Wahlkampfs in Yverdon, wo ein Posten in der Stadtexekutive neu zu besetzen ist. Im zweiten Wahlgang stehen sich am Sonntag der Sozialdemokrat Julien Wicki und der Unabhängige Ruben Ramchurn gegenüber.
In den vergangenen Wochen hatten mehrere Yverdoner Politiker nach verbalen Angriffen Beschwerden eingereicht. Dessemontet selbst hatte sich bereits wegen Online-Drohungen einer Person an die Justiz gewandt. Dies führte auch dazu, dass er unter Polizeischutz gestellt wurde.